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Afrika 2006
“Verbranntes Land”
   

Der Titel unseres Reiseberichtes hat sich wie immer während der Reise ergeben, denn so viele verbrannte Flächen hatten wir während unserer gesamten Afrikaaufenthalte noch nie gesehen. Überall loderten große und kleinere Feuer, die Erde war schwarz und es roch nach Rauch. Stellenweise kam durch das verbrannte Land schon wieder frisches Grün und kündigte das neue Leben an. So ergab sich dieser Titel fast wie von selbst und es passte nichts anderes mehr.

Nach einem Jahr ohne einen größeren Fernurlaub hatten wir genug Zeit, unseren diesjährigen Afrikaaufenthalt genauestens zu planen. Dank dem ausführlichen Kartenmaterial von Tracks4Africa stand die Route am PC fest und war in unserem neuen GPS genau eingetragen. Aber auch andere Kleinigkeiten wie z. B. eine ausführliche Einkaufsliste für Windhoek, unsere Bushrezepte und auch unsere Packliste waren geschrieben und sogar schon auf die HP gestellt. So gut vorbereitet waren wir noch nie, konnten somit ohne viel Stress den letzten Tag in Deutschland genießen und unserem Abflug entgegenfiebern. Zu dieser Reise hatten wir uns noch eine neue Alukiste gekauft, um evt. die Fotoausrüstung in letzter Minute umpacken zu können, falls das Handgepäck sich am Flughafen als zu groß oder zu schwer erweisen sollte. Ralf, der ein eigenes Fahrzeug gemietet hatte, war natürlich auch wieder mit dabei.
Endlich war es dann soweit. Wir streichelten unsere Katzen ein letztes Mal und verließen die Wohnung, wie immer mit einem wehmütigen Gefühl und schlechtem Gewissen, die Zwei so lange alleine zu lassen. Aber wir wussten ja, dass sie gut versorgt sind und noch mehr von Christians Mutter verwöhnt werden als von uns. Folge: Nach unserer Rückkehr steht „Diätfutter“ an erster Stelle auf dem Speiseplan! Trotzdem fällt der Abschied jedes Mal schwer und es gehen einem unzählige Dinge durch den Kopf. Aber kaum ist man am Flughafen und hat eingecheckt, beginnt die Reise und alle Bedenken verflüchtigen sich spätestens, wenn man im Flieger sitzt und Richtung Afrika abhebt.

Freitag, 08. September

1. Tag

Nach einem ruhigen Nachtflug landeten wir endlich wieder in Windhoek. Unser Gepäck war schnell eingesammelt, etwas Geld am Schalter geholt und auch Hannes, einer von Harrys Arbeitern, erwartete uns schon grinsend. Es war richtig schön, ein bekanntes nettes Gesicht zu sehen. Hannes brachte uns zu Ali, Harrys Frau, auf den Hof. Harry war leider auf der Farm. Wir bekamen ihn diesmal gar nicht zu sehen.
In Deutschland hatten wir schon erfahren, dass sich unser angemietetes Auto „gerollt“ hatte und das neue Fahrzeug sollte erst am Mittag von einer Tour zurückkommen und dann schnell für uns fertig gewartet werden. Chris war zwar etwas unruhig, denn wir wollten an diesem Tag noch rund 500 km bis zum Köcherbaumwald fahren, aber es musste vorher noch einiges erledigt werden und so verflog die Zeit mal wieder wie im Fluge. Ralfs Auto war ja schon da und so bauten die zwei den Kühlschrank ein, verkabelten das Funkgerät und bepackten die Ladefläche. Auch wir konnten schon mal mit dem Umpacken beginnen und so verstaute ich unsere Sachen in einer kleinen Reisetasche, die auf dem Rücksitz ihren Platz hat. Auch die Fotorucksäcke wurden neu und praktikabler gepackt und dann checkten wir noch die Campingausrüstung. Ali hatte schon alle vorbestellten Sachen bereitgestellt und so ging es gut voran. Als wir alles soweit fertig hatten, fuhren wir erst einmal einkaufen. Im Cymot kauften wir uns einen Potjie (gusseiserner Topf mit Deckel) und gingen dann gegenüber im Pic and Pay mit unserer neuen Einkaufsliste shoppen. Trotz guter Vorplanung dauert der Einkauf doch jedes Mal länger als gedacht, aber gegen 13.00 Uhr waren wir wieder bei Ali auf dem Hof. Unser Auto war zwischenzeitlich auch angekommen, aber schon wieder beim Elektriker, wegen eines Steckers für den Kühlschrank, den wir jedoch gar nicht gebraucht hätten. Denn wir stellen den Kühlschrank ja immer auf den Rücksitz. Aber nun war es zu spät und wir mussten uns gedulden und warten. Das erwies sich besonders für Chris schwieriger als erwartet, denn die Zeit verging und kein Auto kam. Ali versorgte uns erst einmal mit Kaffee und rief zwischenzeitlich bei Hannes an, der mit dem Auto beim Elektriker stand. Kurz vor 15.00 Uhr hieß es: „Noch eine halbe Stunde“. Chris „kochte“ schon und nur mit Mühe und vielen Worten blieb er ruhig. Es brachte ja eh nichts sich aufzuregen, schneller würde es doch nicht gehen. Endlich um 15.30 Uhr war der Wagen wieder da. Nun musste natürlich alles sehr schnell gehen. Der Stecker war sehr gut und professionell montiert worden und das hatte so viel Zeit gekostet. Wenn wir ihn nun noch gebraucht hätten…, aber was soll’s, der nächste Mieter freut sich bestimmt. Schnell wurde jetzt die Rückenlehne herausmontiert und der Kühlschrank auf dem Rücksitz angeschlossen, auch bei uns war das Funkgerät schnell installiert, die Benzinkanister und einige Kisten verstaut. Etwas länger dauerte dann noch die Montage des Dachzeltes, da erst noch die Schienen zur Befestigung des Dachzeltes auf dem Auto angebracht werden mussten. Nebenbei wurde dann noch das Auto gereinigt.
Nach dem Tanken verabschiedeten wir uns dann endlich 16.30 Uhr von Windhoek und wollten mal schauen, wie weit wir kommen. Von Ali hatten wir uns schon mal vorsorglich ein Prospekt der Anib Lodge mitgenommen, denn sie boten dort auch einen Campingplatz an. Weiter sollten wir an diesem ersten Tag auch nicht kommen und trafen nach 286 Tageskilometern ca. 19.00 Uhr dort ein. Da wir alle ziemlich geschafft waren, aßen wir in der Lodge ein super leckeres 4-Gänge-Menü.
Die Campsite sahen wir nur im Dunkeln, aber sie gefiel uns sehr gut. Jeder Stellplatz hatte seine eigene Toilette und Dusche und einen festen Grillplatz mit Schatten, auch Licht war vorhanden.
Schnell waren die Zelte aufgebaut und wir genossen noch einen Gin Tonic unter Afrikas funkelndem Sternenhimmel und fielen dann müde und kaputt in unsere Betten.

Etappe: Windhoek - Anib Lodge 286 km


München Airport
wir warten auf das Autoendlich ist das Auto dasauber soll es natürlich auch sein

Samstag, 09. September
2. Tag

Nach einer gut durchschlafenen Nacht standen wir sehr zeitig auf und starteten in der Dämmerung um 6.30 Uhr, denn wir wollten Ralf noch den Köcherbaumwald zeigen, den er noch nicht kannte.
Die Fahrt dorthin war länger als gedacht und wir waren froh, uns am Vortag gegen eine Weiterfahrt im Dunkeln entschieden zu haben.
Um 9.30 Uhr kamen wir im Köcherbaumwald Garaspark an und der Buschmann, der den Campingplatz verwaltet, erkannte uns gleich wieder. Er hatte 3 neue Hunde und 5 Katzen, die ihm alle hinterher liefen. Wir fühlten uns gleich heimisch und waren schon ein wenig traurig, an diesem schönen Platz nicht die Nacht verbracht zu haben. So wollten wir dort wenigstens frühstücken. Während ich den Kaffee und das Essen vorbereitete, schauten sich Ralf und Christian im Köcherbaumwald etwas näher um und machten einige Aufnahmen.
In Keetmanshoop tankten wir unsere Autos auf und füllten schon mal einen Reservekanister für die Kalahari.
Der Grenzübertritt bei Rietfontein war schnell erledigt und so waren wir schon 15 min nach Ankunft an der Grenze wieder auf der Piste. Die Straße bis zur Grenze war gute Gravelroad, aber in Südafrika wurde sie dann sehr schlecht und wellig. Bis auf ein kurzes Stück Teerstraße blieb die Piste bis zum Kgalagadi Transfrontier Park in einem nicht so tollem Zustand und bestand aus Wellblech und Steinen mit einigen tiefen Sandlöchern.
In die Kalahari fuhren wir über Botswana (Two Rivers) ein, da wir ja auch über Mabuasehube/Botswana wieder aus dem Park fahren wollten. Nach der Ausreise auf der südafrikanischen Seite, muss man erst noch ca. einen Kilometer die Straße weiter fahren und dann bei der Tankstelle nach rechts abbiegen und dieser Straße noch ca. 200 Meter folgen. Rechts stehen  einige Häuser mit Fahnen und im ersten Haus bekommt man dann seinen Einreisestempel. Von dort war es ungefähr noch ein Kilometer und endlich waren wir in Twee Riveren und suchten uns einen schönen Campingplatz.
Durch die relativ schlechten Straßen hatten wir ohne es zu merken unser Nummernschild vorne verloren, die Schrauben hingen jedoch noch?! Auch war uns mal wieder die Zeit davongelaufen und so wurde unsere Verschnaufpause kürzer als geplant. Dann ging es schon wieder auf Gamedrive. Viele Tiere sahen wir an diesem ersten Nachmittag jedoch nicht, aber wir überquerten die Dünen und warfen einen Blick in beide Flusstäler, wo wir vereinzelt einige Gemsböcke und Impalas entdeckten. Kurz vor dem Nossob sahen wir endlich zum ersten Mal in der Kalahari eine Wildkatze elegant im Gegenlicht in die Büsche springen. Das war ein super Erlebnis für uns beide, auch wenn es sehr schnell ging und man eigentlich nicht viel sah.
Abends grillten wir dann Gamefilet und mampften dazu ein leckeres Knoblauchbaguette mit Avocado-Tomatensalat.
An diesem Abend stand der Skorpion genau über uns und er wurde unser treuer Begleiter durch den ganzen Urlaub.

Infos und Bilder zum Köcherbaumwald

Etappe: Anib Lodge - Twee Rivieren (Kgalagadi Transfrontier Park - Südafrika) ca. 610 Km


Fürhstück im GarasparkKatzenbande am KöcherbaumwaldKöcherbaumRaubadler

Sonntag, 10. September
3. Tag

Das war vielleicht eine kalte Nacht (5 °C) und wir waren sehr froh, uns von Harry noch eine dicke Wolldecke mitgenommen zu haben.
Dementsprechend schwer fiel uns auch das Aufstehen, aber die Hoffnung auf Raubtiere am Morgen ließ die Kälte fast verschwinden und ein heißer Kaffee wärmte uns erst mal durch. Zum Glück hatten wir unsere dicken Fleecejacken dabei und auch die Heizung lief an diesem Morgen auf Hochtouren. Um 6.30 Uhr durften wir aus dem Gate und hielten nach Raubtieren Ausschau. Kurze Zeit später entdeckten wir eine Löwin, die leider sehr schnell hinter den Dünen verschwand, aber so hatte sich das Frieren und Aufstehen schon gelohnt. Aber das schönste Erlebnis hatten wir kurze Zeit später als ich im Flusstal eine Wildkatze entdeckte. Der Kater war auf der Jagd nach Mäusen und ließ sich durch uns gar nicht ablenken. So konnten wir ihn eine längere Zeit, beobachten und er näherte sich immer weiter unserem Auto. Was für ein Erlebnis! So ging ein lang gehegter Wunsch von uns in Erfüllung, endlich einmal eine Wildkatze beobachten und fotografieren zu können.
Wahrscheinlich hatte der Bursche Jagdglück, denn nach einem Sprung hinter ein Gebüsch tauchte er nicht mehr auf und so fuhren wir total glücklich weiter, bis ich wieder eine Wildkatze entdeckte. Diesmal handelte es sich um ein weibliches Tier, das aber bald in den Dünen verschwand.
Kurz vor Nossob fanden wir noch einen jungen Löwenpascha, der im Schatten eines Baumes am Wasserloch „Kamelsleep“ döste. Welch  passender Name, dachten wir uns und schmunzelten in uns hinein.
Auf der Nossob Campsite suchten wir uns einen schönen schattigen Platz und verbrachten dort unsere Mittagspause. Wir machten uns einen leckeren Thunfischsalat und bekamen bald Gesellschaft von vielen Vögeln, Erdhörnchen und einer hungrigen Manguste, der der Thunfischduft wohl in die Nase gestiegen war. So entstanden auf der Campsite noch ein paar sehr nette Bilder von unseren Besuchern.
Um 15.15 Uhr starteten wir erneut zu einem Gamedrive. Diesmal fuhren wir den Nossob weiter hinauf Richtung Norden in der Hoffnung auf interessante Beobachtungen.
Unterwegs trafen wir auf einen Südafrikaner, der uns erzählte, dass am Wasserloch „Bedingt“ eine Löwin liegt, die dort schon den ganzen Tag schläft. Natürlich fuhren wir sofort dorthin und in der zweiten Einfahrt sahen wir dann schon die Autos stehen. Die Löwin ging gerade zum Wasserloch und trank erst einmal, um sich danach sofort wieder in den Schatten zu legen. Dafür suchte sie sich ein Auto aus und machte es sich dort bequem. Nachdem wir ihr eine Weile beim Schlafen zugeschaut hatten, fuhren wir noch etwas weiter und schauten anschließend noch einmal bei der Löwin vorbei. Sie hatte zwischenzeitig nur den Schattenplatz gewechselt und schlief schon wieder. Leider war auch der Nachmittag fast zu Ende und wir mussten wieder ins Camp zurück fahren, denn dort wird streng um 18.00 Uhr das Gate geschlossen.
Kaum war die Sonne verschwunden kühlte es auch schon wieder empfindlich ab und so wurde es ein kurzer Abend mit einer Schaufel Glut unter dem Stuhl.

Infos und Bilder zum Kgalagadi Transfrontier Park

Etappe: Twee Rivieren - Nossob (Kgalagadi Transfrontier Park - Südafrika) ca. 160 km


WildkatzeCampsite NossobLöwin am Wasserlochjeder Schattenplatz wird genützt

Montag, 11. September
4. Tag

Nach einer kurzen Frühpirsch auf der wir frischen Löwenspuren folgten, aber leider keine Löwen entdecken konnten, wollten wir relativ früh nach Mabuasehube in den Botswanateil der Kalahari starten. Ca. 8.00 Uhr waren wir deshalb wieder im Camp und tankten unsere Autos auf. Da Ralfs Reifen langsam Luft verlor, ließ er ihn gleich noch flicken.
In dieser Zeit streifte ich über den Campingplatz und beobachtete Erdhörnchen. Die einen tobten ausgelassen miteinander, andere waren auf der Suche nach etwas Essbarem und wieder andere putzten sich gegenseitig. Es war eine richtige Freude, den kleinen Kerlchen zuzuschauen. Leider hat man ja für solche Dinge oft keine Zeit, umso mehr genoss ich die Reifenreparatur.
9.30 Uhr ging es dann mit der Überquerung von einigen Dünenkämmen los. Das machte so richtig Spaß und die Strecke war anfangs landschaftlich sehr reizvoll und abwechslungsreich. Überall war das Gras sehr hoch und die Bäume grün, viele standen in der Blüte und immer wieder sah man auf dem Weg ganze Kürbisfelder.
Nach einer Stunde Fahrt hielt Chris an und schaute nach unserem Reservereifen, der sich bis dato leider immer wieder gelockert hatte und direkt am Auspuff saß. Das war genau der richtige Zeitpunkt, denn der Auspuff begann sich in den Reifen zu brennen. Chris blieb nichts anderes übrig, als den Reifen abzubauen. Er musste jetzt im hinteren Teil unseres Wagens verstaut werden, aber zum Glück war noch ein wenig Platz frei und wir bekamen den Reifen ohne Probleme unter. Jetzt hatten wir aber ein anderes Problem die Reifenbefestigung unter dem Auto ließ sich nicht fixieren und würde beim Fahren gegen den Reservetank schlagen. Dieses Risiko war Chris zu groß und so kappte er das Stahlseil mit einer Zange.
Leider wurde die Piste dann immer schlechter und ca. 100 km mussten wir uns durch Wellblech und Sand kämpfen. So waren wir alle ganz schön durchgeschüttelt und fertig, als die Strecke endlich wieder etwas besser wurde. Unterwegs fanden wir dann auf einmal mitten auf der Straße Brennholz, Anzünder, einen 5 l Wasserkanister und dann noch etwas weiter einen Turnschuh. Da schauten wir uns erst einmal dumm an, zumal weit und breit kein Auto zu sehen war. Was tun? Wir entschieden uns, den Schuh mitzunehmen und vor Ort nach dem Besitzer zu fragen, da die Botswana Kalahari nicht sehr viele Campingstellplätze hat.
Die Landschaft in der Botswana Kalahari unterscheidet sich völlig von den Flussbetten im Südafrikateil und hat ihren ganz besonderen Reiz. Zwischen dichtem Buschland liegt immer wieder eine große Pfanne, an der sich zwei bis vier Campsites befinden. Die Stellplätze sind sehr schön angelegt mit einem großen Schattendach und Plumpsklos. Einige haben eine Dusche und Abwaschstelle, nur leider funktionieren die wenigsten davon.
Für die erste Nacht hatten wir an der Lesholoage Pan eine Campsite gebucht und so fuhren wir vorbei an der Mpayathutlwa Pan und der Mabuasehube Pan, wo wir ebenfalls Campsites reserviert hatten zur Lesholoage Pan. Die Pfanne hatte einen Durchmesser von ca. 2 km und war somit recht übersichtlich.
Die Campsite gefiel uns auf Anhieb und da wir ja genug Brauchwasser dabei hatten, störte uns auch das fehlende Wasser nicht. Kaum hatten wir uns auf der Campsite häuslich niedergelassen, stürmten schon Scharen von Gelbschnabeltokos auf uns los, auch ein paar Frankoline und Erdhörnchen kamen noch dazu. Das lag wohl in erster Linie an den guten Vollkornkeksen und dann erst an unserer netten freundlichen Art. Aber wir freuten uns sehr über die nette Gesellschaft und verfütterten gern einige unserer Kekse. Natürlich gab es auch gleich eine Schale mit Wasser, die für unsere Gäste aber weniger reizvoll war. Nach einer kleinen Abendrunde um die Pfanne, auf der friedlich im letzten Sonnenlicht einige Impalas und Kudus grasten,  genossen wir die einzigartige Stimmung bei einem Sundownerdrink und waren so richtig glücklich und zufrieden.

Etappe: Nossob - Mabuasehube/Lesoholoago Pan (Kgalagadi Transfrontier Park Südafrika/Botswana) ca. 210 km


BoxenstopAllradstrecke nach Mabuasehubeunsere Mitbewohner auf der CampsiteCampsite

Dienstag, 12. September
5. Tag

Nach einer weiteren sehr kalten Nacht kletterten wir bei Sonnenaufgang aus unseren schönen warmen Schlafsäcken und freuten uns schon auf den heißen Kaffee. Als es etwas heller wurde und wir mit dem Zusammenräumen beschäftigt waren, entdeckten wir ganz frische Löwenspuren auf unserer Campsite, die gestern sicher noch nicht an dieser Stelle waren. Sofort suchten wir die Umgebung ab, aber der nächtliche Löwenbesuch war nicht mehr zu entdecken. Wir vermuteten eine Löwendame mit Jungen, da die Spuren unterschiedlich groß waren. Aber auch später, als wir noch eine Runde um die Pfanne fuhren, blieben sie unauffindbar.
Wir verließen unsere idyllische Campsite und fuhren langsam spähend in Richtung Mabuasehube Pan. An einer Kreuzung vor der Pfanne entschieden wir uns für die linke Seite und bogen von dem Weg, der rechts an der Pfanne vorbeigeht ab. Gleich nach der Kreuzung nahm ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr und rief „Stopp!!!“. Zwei Löwinnen sprangen aufgeregt davon. Irgendwie war hier wohl alles etwas anders, denn wir haben noch nie erlebt, dass Löwen vor einem Auto davonliefen. Sie waren ebenfalls hin und her gerissen, liefen ein Stück und drehten dann wieder um. So ging das eine ganze Zeit. Irgendwann wechselten sie die Richtung und liefen wieder leicht zur Ausgangsstelle zurück. Des Rätsels Lösung: wir entdeckten unter einem Busch einen frischen Kuduriss an dem gerade ein Schakal schlang und zerrte. Er lief jedoch bald davon. Wir nahmen an, dass die Löwinnen zurückgekommen waren und in der Deckung abwarteten, dass wir endlich weiterfuhren, um ihren Frühstückssnack fortzusetzen! Den Gefallen taten wir ihnen dann auch und genossen die Pfannenaussicht im frühen Morgenlicht. Tiere sahen wir an diesem Morgen keine mehr, aber kurioserweise fanden wir die Schuhbesitzer. Zwei junge Südafrikaner mit Kleinkind freuten sich riesig über den schon abgeschriebenen Turnschuh und wir konnten ihnen sogar etwas später noch mal helfen, denn ihr Kind hatte wohl auch einen Schuh aus dem Fenster geworfen, den wir ihnen auf ihre Campsite stellten. Das lag wohl in der Familie, dachten wir uns und mussten breit grinsen. 
Für den Morgen hatten wir genug erlebt und es wurde langsam ganz schön heiß und Zeit für eine Pause. So fuhren wir so gegen 10.00 Uhr zu unserer neuen Campsite an der Mpayathutlwa Pan. Die begehrte Campsite 1 war leider schon durch drei Südafrikaner belegt, denn sie ist dadurch bekannt, dass in der funktionierenden Dusche häufig die Löwen zum Trinken gehen. Wir fragten unsere Nachbarn, ob es sie störe, wenn wir mittags zum Duschen vorbei kämen, denn auf unserer Campsite 2 gab es natürlich kein Wasser. Wir waren willkommen und fuhren dann später zum Duschen vorbei.
Zuerst gab es jedoch ein ausgiebiges Frühstück mit Eiern und Speck auf dem Gaskocher im Potjie gekocht. Wir bekamen wieder Besuch von einem frechen Erdhörnchenmann und einigen Tokos, unter anderem einen Toko mit einem Fuß. Zuerst dachten wir, der Arme hat es bestimmt super schwer, aber schon bald sahen wir, dass er sich sehr gut gegen die anderen durchsetzen konnte und diese ihm sogar auswichen. Danach waren wir satt und müde. Chris machte auch gleich ein Nickerchen. Das wiederum fand unser Erdhörnchen sehr interessant und schnuffelte ihn ab. Als er vorsichtig seinen Zeh kosten wollte und Chris brummte und sich bewegte, brachen wir fast vor Lachen zusammen.
Auf unserer Nachmittagsrunde sahen wir leider auch nicht viele Tiere, aber wir schauten uns mal die Nachbarpfannen an. Zum Sonnenuntergang waren wir wieder an unserer Pfanne und genossen die Atmosphäre an dem kleinen Wasserloch auf der Pan.
Zurück an unserer Campsite machte Chris ein großes Lagerfeuer und wir bauten die Autos für die Nacht um. Die Südafrikanerin hatte uns erzählt, dass sie in der Nacht vor Löwengebrüll kaum schlafen konnte und so war ich irgendwie sehr beunruhigt, zumal die Autos etwas weiter weg von unseren Stühlen geparkt waren und auch die Lampen gaben wie auf Bestellung gemeinsam den Geist. Zum Glück hatten wir unsere große Halogenlampe dabei und ich leuchtete oftmals die Umgebung ab. Prompt blinkten mir auch noch Augen entgegen, die wir aber als Schakal identifizierten. Nach 2 Savanna wurde ich etwas ruhiger, aber so richtig konnte ich diesen Abend nicht genießen. Dafür schlief ich dann in meinem sicheren Dachzelt umso besser und hätte fast das Löwenkonzert verpasst. Ralf hatte so seine Mühe einen von uns zu wecken, aber letztendlich wurde ich von einem leisen Raunzen wach. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl, diesem Geräusch zu lauschen, das die Nacht beherrscht und alles andere übertönt. Für mich ist dieses Raunzen das schönste Konzert auf der Welt, denn in diesen Momenten ist man ein Teil Afrikas und der Nacht.


ängstliche LöwinStrecke in MabuasehubeMittagspauseFertigmachen für die Nacht

Mittwoch, 13. September
6. Tag
Nach einem frühen Kaffee machten wir uns natürlich auf die Suche nach den Löwen, aber außer frischen Spuren konnten wir nichts aufspüren. Die Löwen schienen erst einmal abgewandert zu sein. So fuhren wir weiter zur Mabuasehube Pan. Wir fotografierten noch ein paar Erdhörnchen und Ralf fuhr voraus. Leider war die Reichweite unserer Funkgeräte nicht so toll, aber witzigerweise verstand Ralf uns viel eher als wir ihn. So zog Chris noch mal die Antenne weiter heraus und damit wurde auch die Verständigung besser. Auch an der Mabuasehube Pan entdeckten wir Löwenspuren, aber leider auch wieder keine Löwen. Ca 9.30 Uhr waren wir wieder auf der Campsite und Chris setzte den Teig für ein frisches Brot an. Jan, unser Nachbar von der Campsite 1 kam mittags vorbei und brachte uns auch frisches Brot mit. Das verspeisten wir gleich zum Mittag. Er hatte es nicht in der Glut gebacken sondern im Wasserbad 1,5 Stunden gekocht. Es war ganz leicht und lecker, aber leider als Backweise für unsere Gaskocher völlig ungeeignet. So gab es am Abend unser traditionelles Brot, das mit dem Potjie in der Glut gebacken wurde. Am Nachmittag gingen wir wieder zu den Südafrikanern zum Duschen und ich durfte sogar das sonnenwarme Duschwasser aus der extra Dusche von Jan benutzen. Danach bedankten wir uns noch und blieben natürlich auf ein Bier bei den dreien hängen. Sie konnten sogar deutsch, denn Jan arbeitet für eine deutsche Firma und hat es wie auch seine Schwester von den Eltern gelernt, die beide Deutschlehrer waren. Sie konnten Deutsch auf alle Fälle besser als wir Englisch und so quatschten wir in einem Mischmasch aus beiden Sprachen.
Es war ein sehr netter und kurzweiliger Nachmittag bei unseren liebenswürdigen Nachbarn. Jan brachte uns auch noch auf eine neue Reiseidee, denn er zeigte uns Bilder von Angola und erklärte uns die Route. Dorthin werden wir auf alle Fälle einmal fahren und uns diese Naturschönheiten  mit eigenen Augen ansehen.
Später fuhren wir noch eine Runde zu unserer ersten Pfanne und verbrachten den Sonnenuntergang auf unserer Campsite. Wir beschlossen an diesem Nachmittag, unseren Aufenthalt dort um eine Nacht zu kürzen und schon eher Richtung Pilanesberg NP aufzubrechen.


Sonnenaufgangneugieriges Erdhörnchendie LöwenduscheSteak und frisches Brot

Donnerstag, 14. September
7. Tag

Da wir für diesen Tag eine „Mammutstrecke“ von ca. 830 km zu bewältigen hatten, starteten wir an diesem Morgen schon um 6 Uhr von der Campsite. Trotz der frühen Uhrzeit sahen wir kein Tier, dafür entdeckten wir wieder frische Raubtierspuren und standen schon um 7.00 Uhr am Gate. Dort war natürlich niemand, aber nach einigem Gesuche fand Chris dann doch noch einen verschlafenen Ranger. Der guckte kurz in unsere Papiere und wünschte uns eine gute Weiterfahrt.
Die gefürchteten 50 km Tiefsandstrecke waren um diese frühe Zeit eigentlich gar kein Problem, mehr nervte dann doch das Wellblech, aber auch das legte sich zum Glück zwischenzeitlig immer wieder. Wir brauchten für die Strecke 1,15 Stunden und danach war die Strecke eine relativ gut befahrbare Gravelroad.
In Tsabong tanken wir auf und waren 10.30 Uhr an der Grenze. Die Grenzformalitäten dauerten eine halbe Stunde. Dafür war die Kontrolle auf südafrikanischer Seite sehr intensiv. Gefunden hat der Zöllner jedoch nichts und auch das fehlende Nummernschild interessierte niemanden. So waren wir bald wieder auf der Straße unterwegs.
Chris hatte anhand der südafrikanischen Karten gedacht, dass wir nun wieder auf einer Teerstrecke unterwegs wären, aber leider war die Straße auch wieder nur eine Piste und so mussten wir noch einmal 300 km Gravelroad hinter uns bringen. Die letzten 50 km waren auch noch zwei große Viehtransporter vor uns, durch den Staub war an ein Überholen natürlich nicht zu denken. Zum Glück fuhren die Transporter ziemlich schnell und bald hatten wir wieder Teer unter den Reifen. Die Straße war jetzt super, aber dafür nervte der Verkehr, denn so viele Autos waren wir ja gar nicht mehr gewöhnt. Besonders schlimm war es in den Ortschaften. Zum massiven Verkehr kamen dann auch noch etliche Radarkontrollen dazu, aber schnell fahren konnte man dank der vielen Autos eh nicht. Was für ein Kontrast zur Ruhe und Einsamkeit der Kalahari.
Unterwegs füllten wir noch kurz vor Ladenschluss bei einem Metzger unsere Fleischvorräte auf. Chris schaute noch in einen kleinen Supermarkt und bekam endlich Bohnen für unseren Bohnensack, denn in ganz Windhoek hatten wir keine Bohnen bekommen.
Nachdem wir uns durch viele Ortschaften und den stetig wachsenden Verkehr gekämpft hatten, kam endlich unsere Abfahrt zum Manyane Gate im Pilanesberg NP.
Ca. 19.00 Uhr waren wir an der Rezeption und mittlerweile war es schon seit einer Stunde dunkel. Wir buchten unsere Campsite und wurden durch eine Sicherheitskontrolle zum Campingplatz gelotst. Bedingt durch die Dunkelheit nahmen wir den erstbesten Platz in der Nähe der Duschen und Toiletten. So richtig begeistert waren wir nicht, denn die Plätze waren sehr klein und dicht an dicht. Zum Glück waren wir ja fast alleine und konnten uns auf zwei Plätzen breit machen. Da wir an diesem Tag ca. 12 Stunden auf der Pad verbrachten, waren wir am Abend natürlich dementsprechend müde und geschafft und gingen schon bald nach dem Grillen ins Bett.

Etappe: Mabuasehube - Pilanesberg National Park ca. 830 km


frische LöwenspurMabuasehube GateAllradsteckeauf dem Weg zur nächsten Tankstelle

Freitag, 15. September
8. Tag

Nachdem wir schon in der Nacht die Löwen raunzen gehört hatten, waren wir natürlich sehr schnell am Parkeingangstor. Ein Ranger dort sagte uns: „Fahrt nach links, dann seht ihr sicher gleich die Löwen“. Gesagt getan – und kaum kamen wir um die Kurve, als wir auch schon die Löwen erblickten. Zwei Paschas und eine Löwin gingen in der Morgendämmerung gemütlich die Straße entlang. Die Löwin war wohl rollig, denn der eine Pascha tänzelte um sie herum und umwarb sie sehr intensiv. Ging sie zur Seite, änderte er auch gleich die Richtung und schmuste immer wieder mit ihr. Irgendwann, als es immer mehr Autos wurden, ging sie dann in die Büsche und er folgte ihr auf den Schritt. Fast wie im wirklichen Leben, nicht?
Als dann ein furchtbar stinkender Bus mit kleinen Schulkindern neben uns war und die Abgase uns zu ersticken drohten, gaben wir die Beobachtung auf und fuhren langsam weiter. So einen Empfang im Pilanesberg NP hätten wir nun wirklich nicht erwartet. Doch es kam noch besser. Auf einer Straße erblickten wir mehrere Tiere, die sich uns langsam näherten. Es dauerte eine Weile, bis wir sie als Wildhunde erkannten. Bestimmt 20 Tiere, davon 7 Kleine, kamen auf uns zu gelaufen. Das war vielleicht klasse. Leider war auch noch kein Licht da, aber das Erlebnis war einfach umwerfend. Besonders die Kleinen, die neugierig und ohne Scheu auf die Autos zuliefen, waren einfach entzückend. Sie blieben sogar kurz bei den Autos und verschwanden dann wuselnd in den Bergen.
Als dritten Höhepunkt sahen wir dann Breitmaulnashörner und dachten, wir wären irgendwie im falschen Film gelandet. So viel Glück konnte man doch gar nicht haben!
Nashörner sahen wir in den nächsten Stunden und Tagen noch sehr viele, aber die Wildhunde bekamen wir trotz angestrengter Suche nicht mehr zu sehen. Auch Elefanten bekamen wir kaum zu sehen, freuten uns aber riesig, wenn wir mal einen Dickhäuter zwischen den Büschen entdeckten.
Auffallend war auch, dass immer eine Seite der Straße abgebrannt war und frisches Grün nachkam. Wir vermuteten, dass die Parkleitung gezielt das alte Gras abgefackelt hatte, um die Tiere wieder aus den höheren Regionen an die Straßen zu locken, aber vielleicht waren es ja auch Blitzeinschläge oder Selbstentzündungen.
Besonders gut gefiel uns im Pilanesberg NP die Landschaft, denn der Park ist in einem bergigen Gebiet und in der Mitte befindet sich ein Vulkansee. Immer wieder trifft man auf Stauseen und begehbare Hides an den Wasserstellen. Ein wirklich wunderschön angelegter Park. Wir diskutieren immer noch, ab wann solch ein Park einem großen Zoo entspricht und ab wann man von wildlife redet.
Nach so vielen Tieren hatten wir uns eine Pause verdient. Die fiel jedoch ganz anders aus, als ein paar schöne gemütliche Stunden auf dem Campingplatz zu verbringen, denn wir fuhren nach Sun City. Was für ein gigantisches Kitschwerk! Es dauerte etwas, bis wir uns zurechtfanden, aber mit Hilfe einer Übersichtskarte aus der Information kamen wir dann klar. Gegen Lost City wirken die anderen Hotels fast schon windig, so gigantisch hob es sich gegen alles andere ab. Auch das Publikum und die Autos vor dem Eingang wirkten sehr edel. Weiter hinein durften wir jedoch nicht, denn dann hätten wir wieder extra zahlen müssen. Aber es reichte uns auch so und wir waren mal wieder froh, ganz zwanglose leicht schmuddlige Camper zu sein.
Zum Abschluss besuchten wir noch die dortige Krokodilfarm, die uns gut gefiel. Die Tiere wurden wirklich klasse gehalten. Die Umgebung entsprach einem Flussufer und über viele Brücken konnte man immer wieder auf die Kroks schauen. Aber am besten gefiel uns eine Suricaten-Familie, die dort in einem Gehege lebte. Diese possierlichen Tiere hätte ich stundenlang beobachten können, zumal noch zwei Kleine mit im Gehege herumliefen.
Gegen 15.00 Uhr waren wir dann wieder im Park und wurden gleich von einer Nashorndame mit einem wenige Tage alten Kalb begrüßt.
Fast hätten wir am Abend noch einen Gepard gesehen, der aber leider für uns unsichtbar im hohen Gras verborgen war und sicher nur darauf wartete, dass die vielen Autos wegfuhren. Wir blieben bis kurz vor Sonnenuntergang, aber dann lief uns die Zeit davon und wir mussten zurück und buchten uns im Bakgatla Camp ein.
Abends kochten wir dann in unserem Potjie ein Chili. Leider hatten wir nicht so viel Hunger, da wir mittags jeder einen dicken Burger verdrückt hatten. So blieb dann noch ein großer Rest für den nächsten Tag übrig. Der Campingplatz füllte sich allmählich, denn es war ja Freitag und so langsam kamen die Südafrikaner zum Wochenendcamping. So lief ständig irgendwo ein Motor zum Luftmatratzenaufpumpen, Kinder sausten durch die Gegend und auch die Nachbarn waren viel zu nah. Wie schön war es doch in der Kalahari. So wurde es ein langer, lauter Abend. Der Gin Tonic schmeckte trotzdem lecker und wir konnten danach super schlafen.

Infos und Bilder zum Pilanesberg National Park


LöwenpaarWildhundrudelHide am VulkanseeSun City

Samstag, 16. September
9. Tag

Zur Parköffnung standen wir natürlich wieder am Gate, aber in diesem Camp ging es sehr gemächlich zu. So kam die Rangerin erst nach Sonnenaufgang gemütlich daher und die Schlange vor dem Ausgang wurde länger und länger. Zum Glück löste sich der kleine Stau bald auf und wir waren wieder alleine unterwegs.
Irgendwann kamen wir an eine Stelle, wo schon ein paar Autos standen und eine Frau sagte uns, dass sie Löwen entdeckt hätten, die sich aber gerade über die Hügel davon machten. Wir erhaschten noch einen Blick auf eine Löwin, die an einem Hügelgrat entlanglief und entdeckten dann noch zwei weitere Löwinnen und einen relativ jungen Löwenpascha mit sehr dickem Bauch. Die vier hatten in der Nacht bestimmt einen Riss und sich die Bäuche voll geschlagen, besonders natürlich der Pascha, denn er konnte seinen Damen kaum folgen und hechelte ganz schön. Die Löwen überlegten es sich zum Glück anders und änderten die Wegrichtung, wir fuhren etwas weiter vor auf der Straße und so kamen sie uns langsam entgegen. Einige Zebras, die zum Trinken wollten, witterten aufgeregt und warnten, aber die Löwen waren satt und hatten kaum Interesse. So gingen sie ohne Deckung langsam auf die Zebras zu, um dann vor und hinter unserem Auto die Straße zu wechseln und dann langsam in den Büschen zu verschwinden.
Das Wetter machte uns auch immer mehr Sorgen, denn viele kleine Schäfchenwolken verdichteten sich langsam zu einer dunklen Wolkendecke und es wurde ziemlich schwül.
Nach dem Gamedrive verließen wir den Park und kauften im Sparmarkt erst einmal ein. Danach fuhren wir wieder nach Manyane und suchten uns dort bei Tageslicht einen Campingplatz. Das erwies sich fast als unlösbare Aufgabe, denn der riesige Campingplatz hatte sich mit Massen an Südafrikanern gefüllt. Aber nach einigem Suchen fanden wir doch noch einen schönen ruhigen Stellplatz, der etwas abseits lag. Zum Mittag gab es frische knusprige Semmeln mit Käse und Wurst. Dank der Bewölkung störte uns auch der fehlende Schatten nicht.
Nach einem kleinen Gamedrive am Nachmittag mit einigen Giraffen, vielen Nashörnern und verschiedenen Antilopen, gab es am Abend wieder Chili und wir gingen bald darauf ins Bett.
Gegen 23.00 Uhr wurden wir dann von der lauten monotonen Stimme unseres Nachbarn geweckt, der seine Freundin auf dem Schoß hatte und ihr lauthals die Story seines Lebens erzählte. Obwohl er englisch redete, war an ein Einschlafen nicht mehr zu denken, denn diese Stimme regte einen unheimlich auf. Aber dann kam uns die Natur zu Hilfe, denn auf einmal fegte ein orkanartiger Wind über den Platz, unser Nachbar war schlagartig still und in seinem Wohnwagen verschwunden. Hinzu kamen dann auch noch Blitz und Donner vom Feinsten. Chris musste erst einmal aus unserem Zelt steigen und die Stühle in Sicherheit bringen. Auf einmal rief Ralf: „Christian!!!“ Er guckte dann zu Ralfs Zelt und sah, dass der Sturm sein Zelt ziemlich aufgestellt hatte, sodass Ralf alleine nicht mehr so leicht hinaus konnte. So richtete Chris Ralfs Apartment wieder her und kam dann wieder in unser Zelt zurück.
Neben dem Donnern hörte man es auf der ganzen Campsite hämmern, denn der Sturm hatte doch so einige Zelte losgerissen. Ich überlegte die ganze Zeit, ob ich ins Auto gehen soll, um dort das Gewitter abzuwarten, aber es regnete sehr stark. Zum Glück schwächte sich nach einiger Zeit das Gewitter wieder etwas ab und ich konnte endlich wieder einschlafen.


unterwegs im PilanesbergLöwinVulkanseeSonnenuntergang

Sonntag, 17. September
10. Tag

Natürlich waren die Wolken am nächsten Morgen noch nicht verschwunden und so machten wir nach einem trockenen Frühstück unseren ersten Gamedrive im Regen. Durch den Regen hatte es sich sehr abgekühlt und so fuhren wir wieder mit Heizung durch den Park. Natürlich ließ sich kein Tier sehen, aber als der Regen dann aufhörte, war eine wunderschöne Stimmung über dem Park und auch die Sonne kam etwas durch. Zum Abschied konnten wir noch einen bildhübschen List fotografieren, der zur Familie der Eisvögel gehört.
Um 8.00 Uhr verließen wir den Park und hofften auf eine Wetterbesserung bei der Panoramaroute. Wir nahmen die TN4, eine Mautstraße, und durften bis zu unserer Abfahrt 4 x bezahlen. Leider besserte sich das Wetter nicht. Im Gegenteil, es regnete stellenweise sehr stark, trotzdem entschlossen wir uns über den Long Tom Pass zu fahren, denn er gehört zu den schönsten Panoramastraßen Südafrikas. Dort war es zum Glück trocken und auch die Sonne kam mal heraus. An den schönsten Aussichtsstellen boten Frauen Steinarbeiten an und so erstanden wir mit an der höchsten Stelle die obligatorische Schildkröte für Christians Mutter. Das Wetter passte hervorragend zu der rauen Landschaft und immer wieder legten wir eine Fotopause ein.
Nach dem Pass schauten wir uns bei Sabie den 70 m hohen Bridal Veil Falls und den 68 m hohen Lone Creek Falls an. Leider wurde es immer dunkler und bedrohlicher und so verzichteten wir auf die Besichtigung weiterer Wasserfälle und wollten ins Aventura Camp fahren. Zum Glück saßen wir im Auto, als scheinbar die Welt unterzugehen drohte. Rechts und links von uns schossen die Blitze nur so herunter in die Felsen und man konnte richtig zuschauen wie Feuer entstanden und aufloderten. Hinzu kamen natürlich lokale Regenschauer. Das war vielleicht eine Fahrt!
„Wie wäre es, wenn wir uns einen Bungalow für diese Nacht nehmen“, fragte ich Chris. Ralf war zum Glück gleicher Meinung und Chris überzeugte ein heftiger Donnerschlag während wir in der Rezeption beratschlagten. So buchten wir uns einen freien Bungalow und wollten am Abend mal in einer richtigen Küche kochen. Chris holte uns einen Sundownerdrink und wir setzten uns gemütlich vor den Fernseher, als es wieder laut krachte und der Strom weg war und leider auch blieb. Mit ein paar Kerzen wurde es dann richtig romantisch, aber zu essen hatten wir trotzdem nichts. An Grillen war wegen dem Regen nicht zu denken und auf eine kalte Brotzeit hatte keiner von uns so richtig Lust. Wir beschlossen, noch etwas auf den Strom zu warten und dann essen zu gehen. So duschten wir bei Kerzenschein und fuhren dann zum Restaurant vor. Diese tolle Idee hatten leider alle anderen Campurlauber auch und so war das Restaurant überfüllt und das Essen mehr schlecht als recht. Zum Glück fand jeder für sich etwas Essbares und die Salate schmeckten ja sowieso. Zum Küchenschluss sangen dann noch die Köche und Bedienungen afrikanische Lieder und ein Gesangsverein aus Deutschland antwortete mit einem altdeutschen Heimatlied. Das war für uns dann der richtige Zeitpunkt zum Gehen.

Etappe: Pilanesberg National Park - Blyde River Canyon ca. 630 km


RegenfahrtEinkaufsstop im Long Tom PassBuschfeuer am Blyde River CanyonCandlelightdinner

Montag, 18. September
11. Tag

Während der Nacht kam zum Glück auch der Strom zurück, denn wir standen mal wieder sehr früh auf und fuhren ohne Frühstück zum Aussichtspunkt auf die Three Rondavels. Dort bot sich uns ein atemberaubender Anblick. Nebel auf dem Hochplateau gepaart mit düsteren sehr tief hängenden Wolken, die über den Canyon hinweg zogen. Uns verschlug es fast die Sprache und tief bewegt genossen wir diesen Anblick. Leider war es auch bitterkalt und ein eisiger Wind ließ einem die Hände fast nicht mehr spüren. Trotzdem blieben wir sehr lange und ließen dieses wunderschöne Naturschauspiel auf uns einwirken. Langsam kam dann auch die Sonne heraus und einzelne Lichtspots erhellten verschiedene Teile des Canyons. Für uns war es einer der nachhaltigsten Eindrücke unseres Urlaubs und wir nahmen dafür gerne das Gewitter und den Regen in Kauf.
Als der Nebel sich gelichtet hatte, kehrten wir sehr zufrieden zu unserem Bungalow zurück und frühstückten erst einmal ausgiebig. So gut hatte es lange nicht mehr geschmeckt. Nur eine zweite Tasse Kaffee war uns nicht vergönnt, denn der Strom hatte sich mal wieder verabschiedet.
An diesem Morgen besuchten wir noch die anderen Canyon Aussichtspunkte und es war trotz Gegenlicht dank der tollen Wolken überall ein Erlebnis.
Besonders beeindruckte uns der Aussichtspunkt mit dem passenden Namen „Wonder View“, denn die Aussicht weit ins Lowveld war unheimlich schön.  „Goods Windows“ konnte dagegen nicht mithalten, aber auch dort gefiel es uns gut. Danach besuchten wir noch die Mac Mac Falls, die 56 m tief in ein Becken fallen. Aber gegen andere Wasserfälle in dieser Gegend können sie unserer Meinung nach nicht ankommen. Man kann sie ja auch nur relativ schlecht betrachten, denn aus Sicherheitsmaßnahmen steht dort ein sehr hohes Gitter mit einigen Fotoschießscharten und es haben dort nur wenige Menschen Platz. Zum Glück war kaum etwas los und so konnten wir den Wasserfall ausgiebig betrachten. Für den zweiten hat das Wasser nicht mehr gereicht und er war nur ein winziges Rinnsal. Besser gefiel es uns bei den Mac Mac Pools, einer Reihe ausgewaschener Felsbecken eines Nebenflusses des Mac Mac Rivers. Dort kann man sehr gut am Wasser entlang laufen und die Natur so richtig genießen. Leider nahm es Christian damit etwas zu genau und machte eine elegante Drehung, hielt dabei die Kamera in die Luft und fiel einen kleinen Felsabsatz hinunter mitten in ein Gestrüpp. An einer rutschigen Stelle muss es ihm die Füße weggezogen haben, aber so richtig sahen wir keinen Grund für seinen Stunt. Zum Glück ging alles gut und bis auf ein paar Schürfwunden an Knie und Armen und einer Prellung am Allerwertesten kam er mit einem Schrecken davon. Auch die Kamera blieb unversehrt und so konnten wir unseren Weg fortsetzen. Eigentlich wollten wir nun weiter zum Forest Fall, aber auf dem Parkplatz lasen wir, dass man dafür ein Permit braucht und ihn auch nur durch eine Wanderung erreicht. So fuhren wir weiter und holten uns erst einmal das Permit einige 100 Meter weiter beim Mac Mac Forest Reserve für eine Nachmittagswanderung.
Langsam wurde es Mittag und in meinem Reiseführer hatte ich von Harrie’s Pancakes gelesen, die angeblich zu den besten der Welt gehören sollen. So fuhren wir nach Graskop und fanden auch gleich die Bar. Mit Mühe und Not bekamen wir noch einen Sitzplatz und bestellten uns jeder einen dicken Pfannkuchen mit herzhafter Füllung. Die Pancakes sahen nicht nur lecker aus, sie schmeckten auch extrem gut und nach einem Pfannkuchen war man auch satt. Ralf und ich nahmen den gleichen Pancake, er war mit Pilzen und Fleischstücken gefüllt und Chris hatte einen mit Hackfleisch und Käse bestellt. Selbst jetzt läuft mir noch das Wasser im Munde zusammen.
Nach diesem Festmahl holten wir uns in Graskop am Automaten noch Geld und fuhren dann zurück zum Forest Fall Parkplatz. Die 2 km lange Wanderung kam zur Verdauung gerade recht und nach so viel Fahrerei schnauften wir ganz schön bei der Berg und Talstecke durch den Wald. Der Weg war gut gekennzeichnet und führte fast immer am Flüsschen entlang. Irgendwann hörte man dann ein stärker werdendes Rauschen und nach einer weiteren Kurve lag der Forrest Fall vor uns. Ein wirklich malerischer breiter Wasserfall mitten im Wald. Chris war uns natürlich um Minuten voraus und als wir staunend um die Kurve kamen sprang er gerade splitternackt ins Wasser. Ich verzichtete lieber auf einen Badeausflug, da direkt neben dem Fall eine Forststraße entlang führte, die auch von den Forstarbeitern befahren wurde. So machten Ralf und ich lieber Bilder und erkundeten den Wasserfall von allen begehbaren Stellen.
Leider verging die Zeit in dieser Idylle viel zu schnell und da wir unbedingt im Nachmittagslicht noch zum Berlin Fall wollten, mussten wir uns 16.00 Uhr wieder auf den Rückweg machen. 25 Minuten später kamen wir verschwitzt am Auto an und starteten gleich zum Berlin Fall. Wir hatten ihn gerade noch so im schönsten Nachmittagslicht, denn dorthin muss man ja auch noch einige Kilometer fahren. Für die Aussichtspunkte auf die Three Rondavels war es jedoch schon zu spät, denn sie schließen 17.00 Uhr und dann kann man nicht mehr zu den Aussichtspunkten in den Park hineinfahren. So beschlossen wir, noch schnell zum Aventura Blydepoort Resort zu fahren und dort zum Aussichtspunkt zu sprinten. Chris flitzte schnell in die Rezeption und sagte, dass wir später zum Bezahlen kämen, da uns das Licht davonläuft. Keine Ahnung, ob die Dame ihn  verstanden hatte, aber wir durften passieren und hatten so noch die Spitzen der Rondavels im schönsten Abendlicht. Der Wind dort oben war schon wieder relativ kühl und mit dem Verschwinden der Sonne wurde es allmählich sehr kalt.
Der Sonnenuntergang dort oben war ein Genuss, wir hätten zwar gerne noch etwas mehr Licht gehabt, aber so gibt es einen Grund, wieder dorthin zu reisen.
Nach dem Bezahlen suchten wir uns eine schöne Campsite. Zum Glück waren nur wenige andere Camper mit uns auf dem Platz und es wurde ein ruhiger Abend. Leider war es so kalt, dass wir bald in unser Zelt sprangen. Da wartete auf mich jedoch eine unangenehme Überraschung, denn irgendwie hatte es auf meiner Seite hineingeregnet und mein Schlafsack inklusive Matratze waren klamm und leicht feucht. Ich drehte den Schlafsack kurzerhand um und wickelte die Decke fest darüber – man muss sich nur zu helfen wissen, denn mit feuchtkalten Nieren wollte ich nicht unbedingt schlafen. Die Lösung war okay und ich habe gut geschlafen. Am nächsten Morgen war dann auch der Schlafsack so gut wie trocken.


unsere UnterkunftWolkenstimmung über dem Blyde River CanyonChris @ workAndrea @ work am Berlin Fall

Dienstag, 19. September
12. Tag

Vor Sonnenaufgang fuhren wir zum Aussichtspunkt, aber da es an diesem Morgen keine einzige Wolke am Himmel gab, war es zwar schön anzuschauen, aber viel zu kalt, um dort sehr lange zu bleiben. Zum Aufwärmen gab es dann erst einmal heißen Kaffee und ein leckeres Frühstück in der Morgensonne. Dafür hatten Chris und Ralf unseren Tisch extra auf die leere Nachbarcampsite gestellt, weil unser Stellplatz noch im Schatten lag.
Da Chris gestern total die Bourke Luck Potholes vergessen hatte, besuchten wir sie natürlich an unserem Abreisemorgen und verbrachten dort einen schönen Vormittag.
Die Potholes sind tiefe Auswaschungen im Gestein am Zusammenfluss des Blyde mit dem Sefogane River. Auf einem Rundweg gelangt man zu den schönsten Stellen. Hier verbrachten wir fast zwei Stunden und genossen die grandiose Landschaft.
Mittags mussten wir noch einmal zum Pancake essen zu Harrie’s gehen. Ralf nahm diesmal einen süßen Pfannkuchen und wir teilten uns einen mit Cheddar und Speck und einen mit Spinat und Schafskäse. Lecker!!!
Auf der Fahrt in die Krüger NP kamen wir an riesigen Obstplantagen vorbei. Die Orangen waren gerade reif und wurden geerntet, aber auch vieles an anderem Obst und Gemüse gab es frisch an einem Farmstall zu kaufen. Natürlich hielten wir dort und nahmen uns eine Papaya, viele Orangen, Bananen und eine Riesenavocado sowie sehr leckeres Trockenobst mit. So gut ausgerüstet konnte es nun in den Park gehen. Wir fuhren durch das Numbi Gate und von dort aus direkt nach Berg-en-Dal, unserem Camp für die erste Übernachtung. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Elefanten und zwei Nashörner am Wegesrand.
Der Campingplatz in Berg en dal gefiel uns sehr gut, denn er bestand aus drei kleinen Arealen mit extra Duschen und Toiletten. Auch war der Nachbar ein Stück weiter weg und man hatte etwas Privatsphäre. Wir fanden einen sehr schönen Stellplatz mit Stromversorgung und machten dort eine kurze Pause.
Am Nachmittag beobachteten wir einen Elefantenbullen, der genüsslich aus dem Wasserspeicher trank, der zwar recht hoch, aber dafür oben offen war, das Wasserloch daneben beachtete er nicht. Es war richtig witzig, wie er mit seinem Rüssel gerade über den Rand reichte und damit im Wasser planschte. Auch Nashörner und eine Elefantenfamilie sahen wir wieder am Abend, aber das schönste Erlebnis hatten wir auf dem Weg ins Camp. Wir fuhren so vor uns hin, als auf einmal nach einer Kurve sehr viele Autos kreuz und quer auf der Straße standen. Der Grund war auch schnell entdeckt, ein Elefantenbulle versperrte den Weg und ging gemächlich auf die Autos zu. Er hatte wohl seinen Spaß daran, diese komischen stinkenden Tiere ausweichen zu sehen. Dabei hielt er sich am Straßenrand auf und keiner traute sich vorbei, bis ein kleiner Golf sich wagemutig vorbeimogeln wollte. Er fuhr langsam an und war schon fast auf gleicher Höhe mit dem Eli, was der jedoch gar nicht lustig fand und so stellte er seine Ohren auf, schüttelte mit dem Kopf und trieb den Golf zurück. Wir lachten lauthals los, aber vorbei kamen wir trotzdem nicht und mussten noch einige Zeit rückwärts fahren. Irgendwann war es dem Elefanten dann zuviel und er ging vom Weg in die Wiese und futterte weiter. Nun konnten wir unsere Fahrt fortsetzen und kamen pünktlich ins Camp zurück.
Nach einem leckeren Gamefilet mit Salat und Knoblauchbrot fielen wir um 21.00 Uhr sehr müde von dem anstrengenden Tag in unsere Betten.

Etappe: Blyde River Canyon - Krüger National Park (Berg en Dal) ca. 226 km


nach einer eisigen NachtBourke Luck Potholesleckere PfannkuchenStraßensperre im KNP

Mittwoch, 20. September
13. Tag

Nach einem frühen Kaffee fuhren wir mit Öffnung des Gates Richtung Lower Sabie, unserem Camp für diese Nacht. Chris wollte am Fluss entlang fahren und so sahen wir als erstes an diesem Morgen einige verschlafene Büffel mit Reihern, die uns müde beäugten und dann doch lieber wieder im Gebüsch verschwanden. Etwas weiter kamen plötzlich einige Elefanten aus den Büschen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie leise sich diese Riesen bewegen. Es war richtig klasse, als sie um uns herum die Straße querten und nicht eine Sekunde hatten wir ein mulmiges Gefühl.
Etwas weiter Richtung Lower Sabie rief Chris: „Hyänen!“. Es waren zwei Tiere und sie kamen auf unserer Straße den Weg entlang. Leider waren ihnen zwei Autos zu viel und sie gingen in die Büsche und entfernten sich langsam von der Straße.
Kurze Zeit später sahen wir einige haltende Autos und Sekunden später erkannten wir auch den Grund dafür: fünf Wildhunde lagen kreuz und quer auf der Straße. Wir strahlten beide vor Glück und fuhren langsam näher. Die Fünf ließen sich überhaupt nicht stören, es kam einem fast so vor, als ob sie sich über die Aufmerksamkeit freuen würden. Sie spielten und rauften und ruhten sich immer wieder aus. Sie hatten wohl in der Nacht einen Riss, denn die Bäuche waren gut gefüllt und die Geier flogen immer wieder zu einer Stelle in den Büschen. Auch eine Hyäne versuchte sich noch ein Häppchen zu ergattern.
Bei den Wildhunden blieben wir zwei Stunden und konnten sie so richtig ausgiebig beobachten und genießen. Nie gab es Streit in der Gruppe, es ging richtig harmonisch und friedlich zu. Irgendwann kam dann der Drang weiter zu ziehen bei den Wildhunden durch, sie beschnuffelten noch einmal unser Auto und liefen dann zielstrebig davon.
Wir waren immer noch ganz aufgeregt, als wir im Camp ankamen und erzählen andauernd von „unseren“ Wildhunden. Die Campsite in Lower Sabie war ein wenig parkplatzmäßig  angelegt, aber wir hatten mal wieder Glück und nur einen Nachbarn. Ansonsten ist sie sehr schön und gepflegt mit einigen Schattenbäumen. Außer mal wieder unsere Campsite. Da es aber sowieso sehr bewölkt war, störte uns das kaum und wir verbrachten dort eine angenehme Mittagspause. Ich wusch auch endlich einmal ein paar Sachen durch und wir hängten sie dann an unserer Campsite auf die Leine. Pünktlich zur Nachmittagstour waren die Klamotten wieder trocken und vor allen Dingen sauber
An diesem Nachmittag sahen wir unsere erste richtig große Zebraherde, aber auch hier war überall der Park abgebrannt und wirkte stellenweise etwas kahl.
An einem Wasserloch trafen wir auf zwei kämpfende Elefantenbullen, aber sehr schnell wandte sich der schwächere Bulle ab und der Sieger kam zufrieden auf uns zu und querte dann die Straße. Im schönsten Abendlicht trafen wir auf ein Nashorn, das brav für uns poste und fuhren dann langsam Richtung Camp zurück. Da wir noch 10 Minuten Zeit hatten und Chris noch nicht ins Camp wollte, fuhren wir noch einmal etwas weiter. Wieder standen etliche Autos am Straßenrand und wir ahnten schon, dass es sich um etwas Besonderes handeln musste. Ein Südafrikaner sagte uns, dass ein Leopard am Flussufer sei. So blieben wir auch stehen und suchten mit unseren Ferngläsern das Ufer ab, aber wir konnten nichts entdecken. Die Zeit wurde auch immer knapper, aber die Südafrikaner im Nachbarauto schienen ihn zu sehen, denn sie zeigten und gestikulierten immer wieder in eine bestimmte Richtung. Chris fragte dann nach und sie sagten ihm, dass der Leopard 10 Meter weiter in den Büschen auf einem Stein läge. Wir konnten ihn immer noch nicht sehen, so machten sie Platz und wir stellten uns auf ihre Stelle. Ein anderer Südafrikaner kam zu uns gefahren und erklärte uns genau, wo wir hinschauen sollten. Da entdeckte ich ihn endlich und konnte ihn Chris zeigen. Später erfuhren wir noch, dass es sich um eine Leopardin mit Jungen handelte, die dort ihr Revier hat. Wir waren total happy. Jetzt hatten wir endlich die Big Five gesehen!!! Nur Ralf hatte ihn immer noch nicht entdecken können, also machten wir das gleiche Spiel wie vorher die Südafrikaner mit uns und erklärten ihm, wo er lag. Da es schon 18.00 Uhr war und wir im Camp sein mussten, fuhren wir los. Ralf blieb noch. Wie auf Kohlen kamen wir am Gate an und eine Seite war schon zu. Wo blieb nur Ralf? Hatte er den Leo entdeckt? Wir blieben vorsichtshalber am Eingang stehen, um evt. verhandeln zu können. Endlich kam über Funk der Spruch, dass er unterwegs sei.
Er hatte den Leo auch entdeckt und machte noch einige Bilder. Am Gate wurde er schon auf die Zeiten hingewiesen, aber als er den Leoparden erwähnte, kam ein wissendes Lächeln und es war okay.
Die Leodame hatte sogar kurz noch in Ralfs Kamera geschaut und er war sehr zufrieden.

Etappe: Berg en Dal - Lower Sabie (Krüger National Park) ca. 106 km


Belagerung der WildhundeWildhunde beim SpielenLower Sabie CampsiteBreitmaulnashorn im Abendlicht

Donnerstag, 21. September
14. Tag

An diesem Morgen war es wieder sehr bewölkt und sah schon gewaltig nach Regen aus. Da wir uns weiter Richtung Norden bewegten, hofften wir auf eine Wetterbesserung und fuhren los Richtung Olifants. Erst einmal wurde es noch schlechter und wir fuhren durch strömenden Regen und Sturm. Natürlich sahen wir keine Tiere. Etwas weiter nördlich wurde es dann wieder besser und schließlich hörte der Regen ganz auf und etwas zögerlich kam sogar ab und zu mal die Sonne heraus, aber leider nie für lange.
Auf unserer Fahrt konnten wir eine riesige Büffelherde beobachten und zwei Wasserböcke beim Kämpfen. Das war schon klasse, aber auch der Regen begeisterte uns, denn es sah alles so wild und anders aus.
Über Olifants meldeten wir uns für das Balule Camp an und fuhren dann erst einmal dorthin. Ein wirklich tolles Camp, das nur 15 Stellplätze hat und auch über keinen Strom verfügt. Dort hat es uns so richtig gut gefallen. Mittags gab es dann Obstsalat, denn die Papaya und auch die Orangen mussten langsam weg. Über die Obstreste freuten sich die Glanzstare und besonders eine Frankolinfamilie, die nach längerer Zeit einen Durchgang im Zaun fand und unsere Reste vertilgte.
Da um Balule herum sehr viele Leoparden gesichtet wurden, fuhren wir eine bestimmte Strecke immer wieder in der Hoffnung, dass uns diese wunderbare Raubkatze über den Weg läuft. Aber einen Leoparden kann man wohl nicht finden, entweder läuft er einem über den Weg oder eben nicht. Bei uns war letzteres der Fall, dafür konnten wir uns aber an einem wunderschönen Sonnenuntergang erfreuen.
Am Abend wurde es im Balule so richtig romantisch, denn nur Gaslampen erhellten die Küche und die Waschräume. Zwei Hyänen streiften auch um den Zaun in der Hoffnung auf etwas Essbares. Wenn diese Tiere einem nur durch einen Zaun getrennt gegenüberstehen, sieht man erst einmal, wie groß und muskulös sie sind. Wir waren echt beeindruckt und verlebten im Balule einen gemütlichen Abend.

Etappe: Lower Sabie - Balule (Krüger National Park) ca. 305 km


Regenfahrtdas macht SpaßSchlechtwetterfrontMittagspause

Freitag, 22. September
15. Tag

Nach einer kühlen Nacht (12 °C) war es leider wieder sehr bewölkt und wir fuhren ohne das schöne wärmende Morgenlicht los. Auf unserer Leorunde trafen wir auf eine Büffelherde und auf eine Gackeltrappe, die sich lauthals über uns beschwerte. Zum Glück kam da endlich die Sonne durch und es erwärmte sich allmählich.
Das schönste Erlebnis am Morgen war eine Hyänenmama mit 3 Jungen, die gemeinsam am Straßenrand lagen. Als es der Mama dann zu viele Autos wurden, ging sie langsam davon und die Kleinen verschwanden in einem Abflussschacht unter der Straße.
Wir verabschiedeten uns von dem Gebiet um Balule herum und machten uns auf den Weg Richtung Letaba, wo wir unsere letzte Nacht gebucht hatten. Eigentlich wollten wir ja von Deutschland aus Shingwedzi vorbuchen, aber leider war dort alles ausgebucht.
Die Landschaft wurde wieder buschiger und man konnte sie nicht so gut einsehen. Als Ralf vorfuhr, weil wir an einer Flussaussicht abbogen, rief er auf einmal durch den Funk, dass er eine Löwin auf der Straße habe. Da gaben wir aber Gas und sahen endlich unsere erste Löwin im Krüger. Sie schlich geduckt vorwärts und man sah schon, dass sie auf der Jagd war. Dann ging alles sehr schnell. Wir sahen noch einige Impalas davon springen und Chris beobachtete im Rückspiegel, wie 2 Impalas zu Boden gingen. Aus der einen Löwin waren plötzlich 8 - 9 Löwen geworden, die hungrig über ihre Beute herfielen. Wir konnten zwar nur wenig erkennen, aber die 2 Antilopen waren in Sekundenschnelle zerrissen und man hörte nur noch das Knacken von Knochen, Fressgeräusche und sah ab und zu einen blutverschmierten Kopf auftauchen. Innerhalb von 20 Minuten war von den Impalas nichts mehr übrig und drei halbstarke Löwenmännchen versuchten, noch etwas bei den Löwinnen abzustauben, jedoch ohne Erfolg. Wir vermuteten, dass sie länger schon nichts gefressen hatten, denn es gab keine Rangordnung. Die Löwinnen stürzten sich genauso hungrig auf die Beute wie die Paschas und gaben nicht nach und auch nichts mehr her. Das war vielleicht ein Schauspiel - beeindruckend, faszinierend und erschreckend zugleich, denn solch eine Gier und Chancenlosigkeit der Opfer war uns noch nie begegnet. Dieses Erlebnis gehörte für mich zu den intensivsten dieses Urlaubs, allein von der Geräuschkulisse her.
Auf unserem weiteren Weg Richtung Letaba beobachteten wir noch einige Elefanten im Fluss und kamen um die Mittagszeit im Camp an. Dort versuchten wir, unsere Buchung umzutauschen, aber Shingwedzi war weiterhin ausgebucht, man bot uns Punda Maria an. Wir überlegten kurz und buchten dann unsere Campsite um. In Letaba machten wir noch Mittagspause, aßen dort einen Burger mit Ausblick auf den Fluss und tankten die Autos auf.
Der Weg nach Punda Maria war sehr lang und leider auch tierarm. So versuchten wir, die Strecke so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Bei Shingwedzi machten wir noch einen Abzweig zum gleichnamigen Fluss. Wirklich ein idyllischer Platz, den wir ein anderes Mal bestimmt wieder besuchen werden. Wir sahen etliche Antilopen, aber auch Büffel und viele Elefanten, auch der Weg gefiel uns besonders gut. Auf dem Rückweg zur Mainroad wurde auf einmal der Rauch dichter und so standen wir plötzlich mittendrin in einem Buschbrand. Wieder war eine riesige Fläche abgebrannt und einige vertrocknete Sträucher standen noch in Flammen. Da der Wind für uns ungünstig stand, machten wir schnell die Fenster zu und fuhren durch den Qualm.
Nach 386 km und über 8 Stunden Fahrtzeit kamen wir endlich in Punda Maria an. Die Sonne war eh schon verschwunden und so machten wir es uns auf dem Campingplatz gemütlich. Da ich an der Rezeption im Tierbeobachtungsbuch etwas von Löwen gelesen hatte, war Chris nicht zu halten und wollte noch schnell zu den Wasserlöchern schauen. Ralf und ich legten „Veto“ ein, denn es war eindeutig genug Fahrerei für diesen Tag! Wir tranken gemütlich eine Cola und Chris brauste noch einmal davon. Er sah aber auch kein Raubtier, aber wenigstens noch ein paar Elis.

Etappe: Balule - Punda Maria (Krüger National Park) ca. 380 km


GiraffenbabyBüffelHyänenBuschfeuer

Samstag, 23. September
16. Tag

Besonders toll an diesem Camp fand ich den Boiler mit kochendem Wasser, so dass wir nur mit unseren Tassen zur Küche gehen brauchten und schon duftete der Kaffee in unseren Bechern. Gefrühstückt wurde in aller Eile, denn in der Nacht hatten wir mal wieder Löwen gehört und standen dementsprechend früh am Gate. Der Wärter ließ sich aber sehr viel Zeit und musste erst noch ein paar SMS schreiben. Endlich durften wir dann fahren und nahmen den Mahoni Loop, also die Wasserlochrunde um unser Camp herum. Leider entdeckten wir bis auf zwei Nyalas kein Tier, aber dafür strahlte die Sonne vom Himmel. Fast am Ende der Runde sahen wir dann Löwenspuren im Sand und folgten ihnen langsam. Wir schauten angestrengt die Gegend ab und sahen ein Auto am Wegesrand stehen. Etwas abseits im hohen Gras lagen ein junger Pascha, 3 Weibchen und ein Kleines. Wir beobachteten uns gegenseitig eine ganze Weile. Irgendwann gingen die Löwen langsam weiter von der Straße weg in den Schatten der Bäume. Aufregend wurde es dann noch einmal, als sich den Löwen eine Impalaherde näherte und sie Anstalten machten, auf die Jagd zu gehen. Aber es war wohl nur ein halbherziger Versuch, denn die Impalas sahen sie rechtzeitig und warnten lautstark.
Wir hatten ja unter anderem im Reiseführer davon gelesen, dass im Krüger NP mittlerweile Radarkontrollen durchgeführt werden, aber wir konnten nirgends auch nur einen Polizisten entdecken und machten immer wieder Späßchen. Da man auf Gamedrive ist, hält man sich ja eigentlich sowieso an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Aber der Weg zum Pafuri Gate ist sehr lang und eintönig, auch gibt es dort fast keine Tiere und so ist man verleitet, etwas schneller zu fahren. Plötzlich entdecken wir einen durch die dichten Büsche perfekt getarnten Polizisten mit einer Radarpistole in der Hand, der uns und Ralf anvisierte. Zum Glück waren wir gerade an dieser Stelle langsam genug und wurden nicht aufgehalten. Einen tüchtigen Schrecken bekamen wir dennoch und blieben von jetzt an im Limit.
Sehr gut gefiel uns auch das Gebiet um die Pafuri Picnic Site. Man kommt sich wie im Dschungel vor, so große und dichte Bäume wachsen dort. Auch der Fluss führte viel Wasser und so entdeckten wir etliche Antilopen. Schade, dass es noch so früh war, denn sonst hätten wir an der Picnic Site gerne Rast gemacht. Dort kann man sich auch Gasflaschen mit einer Pfanne darauf ausleihen oder grillen, wirklich klasse.
Kurz vor 11.00 Uhr verließen wir den Krüger NP und fuhren Richtung Messina zum Mapungubwe NP. Unterwegs schauten wir immer wieder nach einer geeigneten Campsite und wurden dann auch fündig. Etwa 25 km vor dem Eingangstor zum Mapungubwe NP ist die Dongola Ranch. Etwas anderes gibt es leider nicht in der Nähe. Nächstes Jahr soll im Nationalpark eine Campsite öffnen, aber das kann noch dauern. Im Park selber war auch alles an Bungalows ausgebucht und so ließen wir uns von dem Ranger eine Campsite in der Dongola Ranch reservieren.
Für diesen Nachmittag fuhren wir in den Ostteil des Parks und machten erst einmal ein spätes Mittagessen an der Picnicsite mit einem wunderbaren Ausblick.
Dann fuhren wir zum Treetop Walk und waren total begeistert. Ein langer Weg auf Baumkronenhöhe führt direkt zum  Fluss mit Blick auf das Dreiländereck hinaus. Leider war er ausgetrocknet, aber man sah viele Elefantenspuren und konnte bis Botswana und Zimbabwe schauen.
Wieder zurück beim Picnicplatz verbrachten wir den Abend auf den Plattformen. Es sind 5 verschiedene Plattformen eingerichtet. Wir saßen natürlich auf der Sundownerplattform und genossen die Aussicht mit Savanna und Red Reds. Diesmal fehlten zwar die Wolken, aber es war ein wunderbarer, gemütlicher Nachmittag mit einem schlichten schönen Sonnenuntergang. Prost!
Klasse ist auch, dass der Park so lange geöffnet hat, dass man es gut schafft, den Sundowner zu genießen und wieder herauszufahren.
In der Dongola Ranch erwartete uns eine Überraschung. Der Campingplatz war einfach genial. Jeder Stellplatz hatte seine eigene Küche, eine Toilette und extra Dusche und das Ganze für 100 R/ Site und 20 R/Person. Einziger Nachteil an der Dongola Ranch ist, dass man am Wochenende vor 8.00 Uhr nicht aus dem Gate kommt. Möglich wäre es schon, aber da wir am Vortag erst so spät dort eintrafen, konnten wir nicht mehr bezahlen und der Wachmann wollte bzw. durfte das Geld nicht annehmen. Tja, so konnten wir ausschlafen.

Etappe: Punda Maria (Krüger National Park) - Mapungubwe National Park ca. 370 km


auf dem Weg nach MapungubweTreetop WalkSundownerSonnenuntergang

Sonntag, 24. September
17. Tag

Ausschlafen hieß bei Chris bis 6 Uhr *gähn* und dann wenigstens sehr gemütlich frühstücken. An diesem Morgen gab es sogar eine zweite Tasse Kaffee und Eier mit Speck. Die Eier waren zu unserer „Freude“ gefroren, aber in der Pfanne tauten sie dann schnell auf.
Für diesen Morgen hatten wir uns den 4 x 4 Tshugulu Eco-Trail ausgesucht und starteten, nachdem wir am Office bezahlt hatten, um 9 Uhr am Gate. Die Route ist gut ausgeschildert und man folgt den Nashornschildern. Besonders am Anfang war die Route echt toll. Es ging über Felsen und immer wieder hatten wir tolle Aussichten über das Gelände. Leider hinderten uns die vielen aufgeschütteten Schikanen am zügigen Fortkommen.
Auf dem Gelände begeisterten uns auch die vielen sehr alten Baobabs, nur zum Ende der Tour hin wurde es etwas eintönig und auch der Anspruch war nicht mehr so groß wie am Anfang. Trotzdem eine klasse Tour und besonders auch für 4 x 4 Anfänger zum Üben empfehlenswert. Elefanten waren nicht zu entdecken, dafür ihre Haufen, aber das war natürlich kein vollwertiger Ersatz. Bis auf ein paar Kudus sahen wir keine Tiere, dafür war es an diesem Tag super heiß und wir kamen ganz schön ins Schwitzen.
Gegen 1.00 Uhr waren wir an der Grenze nach Botswana. In Südafrika wurden wir unkompliziert abgearbeitet und auch in Botswana wurden wir nicht kontrolliert. Hier dauerte nur der Papierkram etwas länger.
Vom Tuli Game Reserve sahen wir nicht viel. Es war sehr trocken dort und man durfte die Straßen nicht verlassen. Die gefürchtete Flussdurchquerung bei der Talana Farm erwies sich auf Grund der Trockenheit als problemlos. Auch die Community Campsite war als solche nicht zu erkennen und so fuhren wir weiter zur Limpopo River Lodge. Hier hatten wir riesiges Glück, denn es waren nur noch 2 Campsites frei und wir waren sehr froh, eine davon zu bekommen. Die Besitzerin der Limpopo River Lodge konnte deutsch, da ihre Eltern aus Deutschland stammen. Von dort aus konnten wir auch schnell bei Gabi in der Garden Lodge anrufen und nachfragen, ob wir schon einen Tag eher als geplant kommen könnten. Das war zum Glück kein Problem, da Gabi genau an diesem Tag noch zwei Zimmer frei hatte.
Zur Campsite musste man noch 6 km auf der gegenüberliegenden Seite der Farm bis zum Fluss fahren.
Die Campsites waren sehr liebevoll angelegt mit einer schönen Feuerstelle und total fetzigen Toiletten mit Aussicht. Wir waren zwar nicht direkt am Fluss, aber auch der etwas erhöhte Blick von der Campsite 2 auf den Limpopo war sehr eindrucksvoll.
Ralf konnte nun endlich einmal seine Angel auspacken und war für mehrere Stunden am Ufer verschwunden. Chris schnappte sich den Laptop und schrieb ein paar Mails an unsere Freunde, die er dann von der Garden Lodge aus losschicken wollte und ich schrieb Tagebuch und genoss einfach mit einem eiskalten Savanna und Schokolade die Ruhe und friedliche Idylle. Einen Flussspaziergang machten Chris und ich dann auch noch, aber bei den vielen Elefantenhaufen wurde es einem schnell etwas mulmig, denn man musste damit rechnete, dass jeden Moment ein grauer Riese hinter einem Busch auftaucht, aber wir bekamen keinen Eli zu sehen.
Ralf hatte dann sogar noch Anglerglück. Zwar war der Wels etwas klein, aber er machte sich hervorragend als Vorspeise, nachdem Ralf ihn ausgenommen, gewürzt und in Alufolie auf dem Grill gegart hatte. Unser südafrikanischer Nachbar hatte da noch etwas mehr Glück, denn er zog einen riesengroßen Fisch aus dem Fluss, den wir von weitem bestaunten.
Da wir am nächsten Morgen um 4.00 Uhr aufstehen wollten, gingen wir bald schlafen und leider verpasste ich die Elis beim Baden im Fluss, so fest schlief ich.

Etappe: Mapungubwe National Park - Limpopo River Lodge (Tuli Block Botswana) ca. 90 km


Dongola Ranch4x4 TrailFlussdurchquerung bei der Talana FarmLimpopo River Lodge

Montag, 25. September

18. Tag

Um 4.00 Uhr früh war dann auch wirklich die Nacht zu Ende und 5.00 Uhr starteten wir los Richtung Kasane. Da es nur leicht dämmerte, fuhren wir sehr vorsichtig die 30 km bis zur Teerstraße. Dort ging dann langsam die Sonne auf und auch einige Elefanten fraßen am Wegesrand. Wir kamen gut voran. Nur einmal hätte es beinahe ein Unglück gegeben. Chris guckte nach unten und war kurz abgelenkt. Zum Glück schaute ich weiter auf die Straße und sah, wie sich eine Herde Impalas in Bewegung setzte und direkt vor unserem Auto die Straße überqueren wollte. Ich schrie auf und Chris reagierte zum Glück sofort, indem er auf die Bremse trat und nach rechts auswich. Mit viel Glück verfehlten wir das letzte Impala um Millimeter – so kam es uns jedenfalls vor. Nach einiger Zeit hörte auch das Zittern meiner Knie wieder auf und ich konnte wieder normal durchatmen. Ralf berichtete uns dann, dass unsere Bremsspur ca. 15 m lang gewesen sei und noch immer rauchte, als er vorbeifuhr. Mir wird jetzt noch ganz anders, wenn ich daran zurück denke. Wir hielten dann erst einmal an und schauten nach den Reifen, aber zum Glück sahen sie so aus wie zuvor und die Fahrt konnte weiter gehen.
Beim Ortseingang von Serule kam eine sehr gründliche Veterinärkontrolle. Zum Glück fuhr Ralf vor und sagte uns rechtzeitig Bescheid. Wir hatten zwar nur noch eine Packung frisches Fleisch, aber die wollten wir behalten und so packte ich alles rechtzeitig weg. Sie schauten hinten ins Auto und auf die Rücksitzbank. Aussteigen  mussten wir auch und die Füße desinfizieren. Witzigerweise übersahen sie unseren Kühlschrank, der ja auf dem Rücksitz stand. Am Ortsausgang von Serule in Richtung Kasane erwartete uns dann wieder eine Polizeikontrolle, aber da wurden wir durch gewunken. Fünf weitere Veterinärkontrollen standen uns noch bevor, aber zum Glück mussten wir nur noch einmal bei der letzten Kontrolle aussteigen und die Füße desinfizieren, bei den anderen wurde kurz gequatscht und dann konnten wir weiter fahren. In Nata tankten wir kurz unsere Autos auf und fuhren dann weiter in Richtung Kasane. Auf dem Weg kamen wir auch wieder an verbrannten Feldern vorbei. Schwarze verkohlte Flächen zogen sich bis zum Horizont. Es war erschreckend anzuschauen.
Gegen 13.00 Uhr kamen wir dann endlich in der Garden Lodge an und wurden wie immer super herzlich von Gabi begrüßt. Es kam uns so vor, als ob wir erst gestern von dort aufgebrochen wären. Natürlich bekamen wir unser Lieblingszimmer und freuten uns diebisch, dass es frei war, da wir ja einen Tag eher als geplant bei Gabi und Phil ankamen. Neu war, dass jetzt jedes Zimmer ein Mossinetz hat, das abends liebevoll herabgelassen wird.
Ralf überreichte Gabi Gummibärchen und Lakritze und für Phil Schokolade, da wir den Beiden eine Freude machen wollten. Auch Gabis 7 Katzen mussten erst einmal begutachtet und die Hunde durchgekrault werden. Tokolosh, der Irische Wolfshund war in dem Jahr noch mehr gewachsen und noch genauso lieb und verrückt wie im Vorjahr. Er hatte sich schon zwei Mal mit einem Warzenschwein angelegt und beim letzten Mal dafür fast mit dem Leben bezahlt, denn das Warzenschwein rammte ihm einen Hauer in die Lunge. Nur dank einer sofortigen Fahrt im Dunkeln nach Francistown (500 km) zum Tierarzt konnte er überleben. Dafür war Hunter, der Schäferhund, souverän wie immer, Guinness, der andere Irische Wolfshund, brav und Knödel, der Jack Russel Terrier, ein Bündel an Energie wie eh und je. Von Gabis Katzen waren ja nur noch Kleiner Mann und Big Foot über, die anderen „Altkatzen“ waren höchstwahrscheinlich Pythonschlangen oder dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Dafür gab es 5 junge Katzen zu bestaunen. Zwei davon waren leider sehr scheu, aber die anderen 3 waren sehr zahm und ließen sich gerne durchkraulen. Besonders angetan hatte es uns Tippi, ein schwarzweißer Kater mit einer pechschwarzen Nase, der war vielleicht goldig. Aber auch seine kuschelig weiche Schwester Squeely schlossen wir gleich ins Herz. Natürlich gab es auch viel zu erzählen und so verging die Zeit bis zum Bootsausflug fast zu schnell.
Leider war an diesem Abend nicht so viel los am Chobe, außer unzähligen Booten, die wie die Irren zu jedem Tier bretterten. Das war sogar uns dann fast zu viel und Phil erst recht. So fuhren wir weiter und genossen den Sonnenuntergang einfach so auf dem Chobe bei Savanna und Bier. Als Sundownerplatz suchten wir uns ein paar abgestorbene Bäume und quatschten mit Phil.
In der Dämmerung fiel uns besonders auf, dass es wieder etliche Feuer in Caprivi gab. Je dunkler es wurde, desto deutlicher wurden die Flammen. Chris machte vom Bootsteg aus noch ein paar Bilder und ich ging mich schon mal duschen.
Abends gab es dann ein super leckeres Essen und es wurde ein langer witziger Abend mit Gabi und Phil. Später, kurz vor dem Schlafengehen fand Knödel, Gabis Jack Russel Hündin, ein Küken, das sich als Schleiereulenbaby entpuppte. Das Nest kannten Gabi und Phil zum Glück und natürlich war es in der obersten Ecke des Dachgiebels. Phil kletterte hinauf und setzte das Kleine wieder ins Nest. Das hört sich jetzt so simpel an, aber es war doch sehr gefährlich und ich konnte kaum hinschauen, wie er dort oben auf den Balken balancierte. Glücklicherweise ging alles gut und wir konnten beruhigt schlafen gehen.

The Garden Lodge in Kasane

Infos und Bilder zum Chobe Nationalpark

Etappe: Limpopo River Lodge - Garden Lodge (Kasane) ca. 836 km


Rushhour auf dem ChobeElefantenherdeSonnenuntergang auf dem ChobeBuschfeuer im Caprivi

Dienstag, 26. September
19. Tag

Wir standen sehr früh auf und gingen mit Phil aufs Boot. Leider war die Sonne hinter einer diffusen Wolkenschicht und es kam kaum Licht durch.
Phil erzählte uns, dass die Schleiereule wieder aus dem Nest gefallen sei und sie nun bei Gaby untergebracht war.
Auch an diesem Morgen waren kaum Tiere auf dem Chobe zu finden, nur ein paar Paviane tummelten sich am Ufer. Dafür war es aber noch erträglich kühl, was sich im Laufe des Vormittags schnell änderte und es wurde schwül warm.
Zurück in der Lodge begutachteten wir erst einmal Ernie, Gabis neuen Brusttaschenbewohner, dem sie spontan diesen Namen gegeben hatte und der absolut gut zu ihm passte. Ernie hatte noch die Augen zu und erst sehr wenig Flaum, aber er fühlte sich bei seiner neuen Ziehmutter wohl und bekam dank Katzenfutter schnell einen dicken Bauch (er verstarb leider zwei Tage nach unsere Abreise).
Den Mittag und Nachmittag verbrachten wir faul am Pool und Ralf beim Angeln. Beinahe hätte er einen riesigen Fisch herausgezogen, aber der Bursche war unter den Steg geschwommen und hatte gleich noch die Schnur zerrissen.
Am Nachmittag hatte Phil eine neue Taktik, so fuhren wir weg von den anderen Booten und landeten in einem Seitenarm des Chobe. Da hatten wir eine sehr eindrucksvolle Begegnung. Eine große Herde von Elefantenbullen überquerte das Wasser und wir standen mittendrin. Sie planschten und kämpften spielerisch miteinander und man hatte das Gefühl nur die Hand ausstrecken zu brauchen, um sie anfassen zu können. Phil ist zum Glück ein sehr erfahrener Bootsführer und weiß wie nah er den Tieren kommen kann. So konnten wir uns entspannt zurücklehnen und diese Show genießen. Die Sonne kam sogar auch ab und zu durch, aber solche Szenen kann man besser betrachten als fotografieren. Als sie dann schließlich das Wasser verließen, war der Bann gebrochen und wir rissen uns von den Giganten los.
Zum Sonnenuntergang suchten wir uns auch wieder ein paar Elefanten, aber leider war es viel zu dunstig und die Sonne verblasste und verschwand viel zu früh im Nichts. Trotzdem schmeckte der Sundownerdrink lecker und wir nahmen die Geräusche und Gerüche gierig in uns auf, um uns später daheim zurückerinnern zu können.


mit Phil unterwegsChris @ workErnie die kleine SchleiereuleRalf (rechts) und Knödel (rechts)

Mittwoch, 27. September

20. Tag

Auch dieser Morgen begann leider ohne sichtbaren Sonnenaufgang, dafür waren die Schreiseeadler und Möwen sehr aktiv und wunderbar zu beobachten.
Später schmeckte uns das Omelett in der Lodge umso besser und dann mussten die Katzen für ein Shooting herhalten.
Am Nachmittag trafen wir an der gleichen Stelle wieder auf die Elefantenbullen und blieben eine ganze Zeit bei ihnen stehen. Sie gingen dann neben uns durch das Wasser und es war lustig anzuschauen, wie sie sich gegenseitig anschoben. Eine große Elefantenherde sahen wir auch, aber sie kamen nicht zum Ufer.
Die Sonne verkrümelte sich an diesem Abend auch sang- und klanglos, so waren wir dann schon relativ frühzeitig wieder zurück in der Lodge.
Nach einem leckeren Essen genossen wir unseren letzten Luxustag bei Gabi mit einem Gin Tonic und gingen dann bald ins Bett.


Schreiseeadler im AnflugSnowyin der ersten ReiheRangeleien im Wasser

Donnerstag, 28. September
21. Tag

Auch dieser Morgen begann wieder ohne Sonne, dafür qualmte der Caprivi um so mehr. Trotzdem konnten wir die morgendliche Idylle am Chobe so richtig genießen. Keine anderen Boote weit und breit, nur wir und die Tiere. Eine riesige Büffelherde war über den Chobe geschwommen und graste auf einer Insel. Die Tiere waren ziemlich mager und hatten das Gras bitter nötig.
Besonders beeindruckend war eine große Elefantenherde, die bestimmt aus über 100 Tieren bestand. Sie kamen von der gegenüberliegenden Flussseite auf uns zu geschwommen. Am witzigsten waren dabei natürlich die Kleinen, von denen nur noch der Rüssel aus dem Wasser schaute – wie ein Schnorchel.
Rechts und links von unserem kleinen Boot kamen sie aus dem Wasser und verschwanden dann langsam in den Büschen.
Interessant war auch noch ein Adler, der auf einem Ast saß und einen Fisch verzehrte. Wir schauten ihm eine Weile zu, als er auf einmal aus dem Fisch noch einen kleinen Fisch holte und verschlang. Langsam kam auch immer wieder die Sonne etwas durch und es wurde ein wunderbarer Morgen.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und trennten uns sehr widerwillig und langsam von unserer Lieblingslodge.
Zwischenzeitig füllten wir unsere Vorräte auf und dann sollte es endlich nach dem Tanken in den Chobe gehen. Nur gab es leider kein bleifreies Benzin an der Tankstelle. Der Tankwart meinte, wir sollen nach Kazungula zur Tankstelle fahren, dort müsste es noch Benzin geben. Glücklicherweise hatte er Recht und so konnten wir in den Park fahren.
Beim alten Serondella Airstrip lag ein junger Löwenpascha direkt an der Straße und gegenüber ein Löwenkind. Als wir etwas vorfuhren, entdeckten wir auch noch die Mama. Klasse! Die Kleine witterte eine Impalaherde und ging leicht geduckt vor uns über die Straße. Langsam und gemächlich machte sich dann auch der Rest des Löwenrudels auf den Weg und folgten der Kleinen. Wir versuchten noch mal von der anderen Seite die Löwen zu finden, aber wahrscheinlich hatten sie sich zwischen den Straßen auf die Lauer gelegt. So fuhren wir langsam in Richtung Campsite weiter. Unterwegs sahen wir noch mal einige Hundert Elefanten. So viele Tiere hatten wir noch nie auf einmal gesehen. Vielleicht hing es ja mit den vielen Bränden zusammen. Direkt am Chobe brannte es zum Glück noch nicht und dort waren die Tiere in Sicherheit.
Relativ spät kamen wir in Ihaha an und natürlich war niemand mehr an der Rezeption. So fuhren wir durch und suchten unsere gebuchte Nr. 5. Leider hatte sich dort eine Reisegruppe mit drei Autos und 6 Dachzelten niedergelassen. So wichen wir auf die Nr. 8 aus und hofften, dass niemand mehr kommt. Dem war zum Glück auch so. Auf der 9 standen Susann, Manne und Flo, aus dem Namibia Forum, mit denen Chris länger quatschte. Ralf und ich kümmerten uns um das Essen.
Im Dunkeln hörten wir lautes Rascheln und Grummeln. Eine Elefantenfamilie ging mal wieder über die Campsite und lief gemütlich über die 7. Wir auf der 8 hatten die besten Plätze und schauten immer mal wieder vorsichtig, ob nicht auch bei uns ein Eli vorbeilief. Es war einfach unbeschreiblich schön. Die Herde schwamm noch über den Fluss und man hörte das Grummeln und leise Plätschern des Wassers. Mit diesem Erlebnis gingen wir gerne ins Bett und fühlten uns durch die Elis auch sehr sicher. Hinzu kam, dass ein Rangerauto Streife fuhr und den ganzen Fluss ableuchtete. Anscheinend blieben sie die ganze Nacht in der Nähe, denn Ralf hörte immer wieder ihre Stimmen.
Chris fotografierte an diesem Abend noch ein gewaltiges Buschfeuer im Caprivi, das durch den Wind meterhohe Flammen hatte und sich wunderschön im Chobe spiegelte.

Infos und Bilder zum Chobe Nationalpark

Etappe: Garden Lodge (Kasane) - Ihaha Camp (Chobe National Park) ca. 70 km (mit Gamedrive)


Büffelherde auf der InselSchreiseeadler mit BeuteElefantenherde beim TrinkenLöwenjunges

Freitag, 29. September
22. Tag

Da die Zeit im Urlaub nicht wirklich eine Rolle spielt, hatte ich doch glatt meinen Geburtstag vergessen und war echt überrascht, als Chris mir gratulierte. So was war mir ja noch nie passiert!
Umso schöner war es, als ich von den Waschräumen wieder kam und der Tisch gedeckt war. Ralf hatte extra einen leckeren Zitronenkuchen aus Deutschland mitgebracht, der auch nach drei Wochen noch super frisch und lecker war und eine Geburtstagskerze brannte auf dem Tisch. Ralf überreichte mir ein Plüschleopardenkind, das ich in Lower Sabie im Shop so nett gefunden hatte und Chris hatte noch einen niedlichen Löwen dabei. Das war vielleicht eine Freude. Danke noch mal.
Wir machten noch einen Gamedrive bis Serondella. Unterwegs sahen wir einen Elefantenkadaver und einige Ranger mit Mundschutz, die gerade Holz um und auf dem Kadaver aufschichteten. Wir mussten gleich an Milzbrand denken und hielten uns dort nicht sehr lange auf. Etwas weiter, kurz vor Serondella, entdeckten wir auf einem Baum zwei junge Schreiseeadler, die einen Fisch fraßen. Die Löwen ließen sich leider nicht blicken und so fuhren wir langsam durch den Chobe Richtung Savuti unserem Tagesziel. Der Weg durch den Park war sehr holprig und nicht so toll zum Fahren.
Auf dem Weg nach Savuti gab es dann zu unserer Überraschung zwischen zwei Dörfern noch eine Veterinärkontrolle. Die war uns völlig neu und dementsprechend erstaunt waren wir. Zum Glück fuhr Ralf vor und sagte uns rechtzeitig Bescheid, so dass ich in aller Ruhe unser Fleisch verstecken konnte. Unsere Reifen wurden wieder einmal abgespritzt und wir mussten unsere Schuhe desinfizieren. Nach Fleisch fragten sie uns auch, aber wir wollten natürlich nicht unser Essen für die nächsten 5 Tage hergeben und so verneinten wir. Nachgeschaut haben sie jedoch nicht, ein nettes Schwätzchen hat ausgereicht.
Der Weg war eigentlich wie immer und meine größte Panik ist bei jeder Fahrt nach Savuti, dass uns einmal auf der einspurigen Tiefsandstrecke jemand entgegenkommen könnte. Bisher hatten wir immer Glück, entweder es gab gerade eine Ausweichbucht oder es kam niemand. Das war leider diesmal anders. Gleich mehrere Autos kamen uns auf dieser engen Strecke entgegen und natürlich ging es diesmal schief. Chris wollte vom High Gear schnell in den Lowgear schalten, als uns ein entgegenkommendes Fahrzeug passiert hatte, wofür er kurz stehen bleiben musste und schon kamen wir nicht mehr von der Stelle. Wir sahen Ralf noch fahren und funkten ihn schnell an, aber Ralf hörte uns nicht und fuhr weiter. Zum Glück wird man mit jedem Trip gelassener und so buddelte er sich nicht bis zur Achse ein. Wir schaufelten ein wenig und dann schob ich ihn an. Beim zweiten Versuch schafften wir es, wieder loszukommen und fuhren weiter. Das Ganze dauerte natürlich 15 - 20 Minuten und als wir gerade Gas gaben, kam uns Ralf wieder entgegen. Er hatte es auch über den Funk versucht und ewig keine Antwort erhalten. So wendete er mitten im Tiefsand sein Auto und wollte uns zu Hilfe eilen. Mist! So standen wir uns gegenüber. Tja, was einmal klappt, sollte ja auch ein zweites Mal klappen, aber natürlich ging der Wendeversuch schief und Ralf saß quer in der Tiefsandstrecke fest. Wieder mit schaufeln, Geduld und anschieben, befreiten wir das Auto aus seiner Lage und es konnte weiter gehen. Der Rest des Weges bereitete uns keine Probleme mehr und auch der Weg wurde ab dem Gate viel besser. Das Savutigebiet war ungewöhnlich grün für diese Jahreszeit und man sah sogar vereinzelt immer wieder Wasserstellen. Kurz vor dem Savutiwasserloch war sogar ein mittlerer See und wir waren echt verwundert. Diesmal hatte der Regen ja richtig lange gehalten.
Wir fuhren erst einmal in die Rezeption, bezahlten und machten dann auf unserer Campsite eine kurze Pause. Auf der Campsite sahen wir dann den Grund für unsere Funkprobleme. Auf der Wellblechpiste hatten wir unsere Funkantenne verloren. Chris holte sich einen Ast und umwickelte ihn mit Draht und steckte ihn in die Antennenhalterung. Witzigerweise funktionierte es hervorragend!
Am Nachmittag standen wir am Wasserloch und warteten vergebens auf die Löwen. Dafür blieben uns zum Glück die Elefantenbullen treu. Als die Sonne dann wieder viel zu früh verschwand, fuhren wir leicht enttäuscht ins Camp.
Am Abend besuchten wir noch unsere Nachbarn vom Chobe und verlebten mit ihnen einen gemütlichen Abend.

Etappe: Ihaha Camp - Savuti Camp ca. 130 km


Andrea´s Geburtstagwegen Milzbrandverdacht wurde der Elefantenkadaver verbranntjunger Schreiseeadler mit BeuteBeim Wenden stecken geblieben

Samstag, 30. September
23. Tag

Nachdem wir in der Nacht und am Morgen Löwen gehört hatten, waren wir uns fast sicher, dass sie am Wasserloch sein mussten und machten uns sehr früh auf den Weg. Leider täuschten wir uns und  sahen nur zwei Elefantenbullen, die gerade das Wasserloch verließen. Am Wasserloch hörten wir dann wieder das Raunzen der Löwen, jedoch weiter weg in Richtung Kasane. Wir sagten zu Ralf, er solle hier nach den Löwen Ausschau halten und wir fuhren zum „neuen“ Wasserloch in Richtung Kasane. Als auch dort nichts zu sehen war, schaute Chris auf sein GPS und sah in der Nähe eine größere Pfanne. Dort hatten wir im Frühjahr 2004 mal badende Elefanten und sogar Hippos beobachtet, also meinte er, schauen wir mal dorthin. Gesagt getan – diese Senke hatte sogar auch noch Wasser und wir fuhren langsam um sie herum. Leider waren auch dort keine Löwen zu entdecken. Als wir gerade wieder zu Ralf zurückfahren wollten, sahen wir im letzten Moment zwei merkwürdige Punkte, die sich schnell als zwei Löwinnen herausstellten. Wir waren vielleicht happy, zumal uns niemand von den Löwen erzählt und wir sie trotzdem gefunden hatten. Wir funkten schnell Ralf an, erklärten ihm den Weg und beobachteten die zwei. Kurze Zeit später kam Ralf angebraust. Leider kamen auch bald die ersten Lodgefahrzeuge. Zum Glück ließ sich an diesem Morgen auch die Sonne blicken und es war wirklich ein klasse Erlebnis, aber es sollte noch besser kommen, denn wie aus dem Nichts tauchten noch weitere Löwen auf, darunter 5 Kleine und gingen zum Trinken. Das war toll! Wir hatten einen super Platz und konnten die Löwen ungestört beim Trinken beobachten. Danach gingen sie wieder zu den anderen Löwinnen zurück, schmusten kurz und legten sich dann in den Schatten. Sie hatten wohl in der Nacht einen Riss, denn die Bäuche der Kleinen platzten fast und alle waren unheimlich müde. Als sie alle ruhten, beschlossen wir, bis zum Nachmittag zu pausieren und zum Frühstücken zurück ins Camp zu fahren. Es schmeckte an diesem Morgen gleich noch viel besser als sonst. Auch gab es einen super leckeren Joghurt, den ich in Kasane gekauft hatte. Danach faulenzten wir, machten ein Fußbad und anschließend wusch ich schnell unsere Hosen. So vergingen die Stunden wie im Fluge und am Nachmittag fuhren wir wieder los. Da bei den Löwen noch Siesta angesagt war, fuhren wir zur Marabu Pan in die Marsch. Dort trafen wir auf viele Elefantenbullen und ein paar Warzenschweine beim Trinken. Auch unterwegs sahen wir viele Elefanten und Antilopen.
Von den in Kasane geschilderten Bränden sahen wir jedoch keine Spur.
Zurück bei den Löwen war leider die Sonne gerade hinter den Wolken verschwunden, dafür wurden die Katzen langsam etwas munterer und sogar der Pascha kam aus den Büschen. Ihm folgten die Kleinen und wieder ging es zum Trinken. Danach machten sie es sich im Gras gemütlich. Das Rudel war 13 Tiere stark, bestehend aus einem Pascha, 5 Junglöwen und 7 Löwinnen. Uns kam so langsam der Verdacht, dass sich das große Löwenrudel zerschlagen hatte und diese Löwen übrig geblieben waren.
Hier verbrachten wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang, der leider wieder einmal nicht sichtbar stattfand und fuhren trotzdem zufrieden zurück ins Camp.

Infos und Bilder von Savuti - Chobe Nationalpark


frühmorgensLöwenkinderbeim Trinkengut versteckt im hohen Gras

Sonntag, 1. Oktober 2006
24. Tag

Natürlich starteten wir sehr früh zu unseren Löwen und sahen zwei am anderen Wasserloch an der Straße. Komisch, dachten wir, sie sind wohl abgewandert. Sie bewegten sich auch so anders und beim Näherkommen erkannten wir, dass es gar keine Löwen waren, sondern zwei Geparden, die sich am Ufer des Wasserloches aufhielten. Leider waren sie sehr weit weg und gingen, sobald wir etwas näher kamen. Geparden in Savuti hatten wir noch nie gesehen. Wir konnten unser Glück kaum fassen und waren sehr aufgeregt. Leider waren die zwei bald in den Büschen verschwunden und so fuhren wir weiter auf der Suche nach „unseren“ Löwen. Am Wasserloch angekommen, waren sie nirgends zu entdecken. Bei einer Runde um das Wasserloch sahen wir dann eine Löwin weggehen und direkt am Wasser zwei junge Paschas trinken. Ein neues Rudel! Mein Verdacht schien sich zu bestätigen und es mussten wohl einige kleine Rudel existieren. Es war eine Freude, den Beiden beim Trinken zuzuschauen. Zum Abschluss raunzten sie auch noch zu uns herüber und folgten dann langsam der Löwin in die Büsche. Nach diesem Abschied fuhren wir langsam wieder Richtung Camp. An dem Wasserloch, wo am Morgen die Geparde waren, standen Autos. In der Hoffnung, dass die Geparde zurückgekommen seien, fuhren wir natürlich sofort dorthin. Das Bild war zwar ähnlich, aber anstelle der Geparde, lagen nun zwei Löwinnen am Ufer. Das war fast unglaublich, aus den zwei Löwinnen wurden nach und nach 10 Löwen, aber es war wieder ein anderes Rudel, das aus einem jungen Pascha und 9 Löwinnen bestand. Eine junge Löwin war ganz schön mitgenommen und hatte eine schlimme Schürfwunde über dem Auge und einige Kratzer am Körper. Das Rudel lief unruhig umher, sie wollten wohl jagen und wir folgten ihm eine ganze Weile. Als sie dann in Richtung Savuti Chanel verschwanden, fuhren wir zurück ins Camp und machten uns dann auf den Weg zum Moremi.
Die Marsh war in einem sehr guten Zustand, sogar eine Straßenmaschine war vor kurzem durchgefahren. Dafür sah das Umland umso dunkler aus. Hier hatte es sehr stark gebrannt und fast der ganze Weg bis zum Moremi war betroffen. Alles war verkohlt und stellenweise glimmte es noch, aber vielerorts kam  auch schon frisches Grün durch. Bis auf einige Greifvögel waren dort natürlich keine Tiere zu sehen. Ein ähnliches Bild bot sich uns im Moremi NP. Hier brannten stellenweise noch ganze abgestorbene Bäume. Es war schon fast gespenstisch. Zum Glück wurde es am Kwai River wieder besser, obwohl es auch hier zu beiden Uferseiten gebrannt hatte.
Eine Rangerin erzählte uns später, dass sie extra von Xaxanaxa zum Kwai beordert wurden, um nachts das Feuer zu bekämpfen. Dementsprechend waren nur sehr wenige Tiere in der Northgate Region zu finden.
Unser Stellplatz Nr. 4 erwies sich als vollkommen verkommen mit tiefen Fahrspuren und für zwei Autos somit viel zu klein. So wollten wir uns auf eine Reservesite umstellen. Leider kam ein betrunkener Ranger und wir sollten uns wieder umstellen. Da er den längeren Atem hatte, stellen wir uns brav wieder um und die nette Rangerin aus Xaxanaxa entschuldigte sich noch für ihn. Am Vortag war Unabhängigkeitstag erklärte sie uns bedauernd. Aber der Gute hatte dann doch noch ein Einsehen und gab uns eine andere Ausweichcampsite, die uns recht gut gefiel.
Leider verkommt dieser Campingplatz immer mehr. Zwar waren die Duschen frisch gestrichen, aber die Sitzgelegenheiten und Grillroste verfallen von Jahr zu Jahr mehr. Auch in den Toiletten schaut es von Jahr zu Jahr immer wüster aus. Das Neuste ist jedoch, wenn jemand zum Duschen geht und irgendwo auf der ganzen Campsite ein Wasserhahn aufgedreht wird, steht der Duschende ohne Wasser da. Das durfte Chris gleich zweimal mitmachen, sehr zur Freude von Ralf und mir. ;)
Auch Müllbehälter gibt es wegen der Affen keine mehr. Man kann den Müll jetzt vorne am Gate abgeben. Das betrifft North Gate und Third Bridge. Zum Glück machen das auch die meisten Camper, andere versuchen alles zu verbrennen und so hat man häufig noch stinkende Plastikreste in der Feuerstelle.
Am Nachmittag wollten wir unsere alten Kwai Strecken entlang fahren, aber das Wasser war stellenweise noch zu hoch und so mussten wir einige Ausweichstrecken fahren. Einige Schlammpassagen erwiesen sich als befahrbar und das wurde von Ralf und Chris nur zu gerne ausgeführt. Die Autos sahen bald dementsprechend schlammig aus…. Was soll Frau dazu noch sagen?! Eine badende Hyäne war an diesem Nachmittag neben den Wasserdurchfahrten das Highlight. Leider war schon wieder viel zu früh das Licht verschwunden und so fuhren wir zurück ins Camp.
Dieser Abend wurde noch etwas Besonderes, denn am Mittag hatte Chris Brotteig angesetzt, der am Abend zu 3 Stücken Pizzateig geteilt wurde. Die erste Pizza belegten wir mit Salami, Zwiebeln und bestreuten sie mit Käse. Die zweite Pizza belegten wir mit Thunfisch, Zwiebeln, Knoblauch und Käse. Oberlecker, kann man nur sagen! Tja und die Dritte schafften wir nicht mehr und so wurden aus dem restlichen Teig drei Frühstückssemmeln.
Einziges Manko an diesem Abend waren die Baboons, die leider die Bäume rund um unsere Campsite belegten und sich immer wieder lauthals über unsere Anwesenheit beschwerten – das leider die ganze Nacht. Dazu bellten die Dorfhunde und so waren wir immer wieder wach und eigentlich sehr froh, als die Nacht endlich zu Ende war.

Infos und Bilder zum Moremi Nationalpark

Buschrezepte

Etappe: Savuti - North Gate (Moremi) ca. 117 km


Gepardeabgekämpfte Löwinzwischen Savuti und MoremiPizzatag

Montag, 2. Oktober 2006
25. Tag

Bei unserer Morgentour am Kwai sahen wir leider sehr wenige Tiere. Ein junger Sattelstoch spazierte neben dem Auto und versuchte etwas Essbares zu fangen, aber leider ohne Erfolg. Auf dem Rückweg beobachteten wir dann noch zwei Babyhippos, die ausgelassen im Wasser tobten. Die hatten vielleicht eine Energie. Immer wieder sprangen sie aus dem Wasser auf, bissen sich spielerisch und verfolgten sich gegenseitig. Wir hatten beim Beobachten fast genauso viel Spaß wie die zwei beim Toben.
Die Mittagspause verbrachten wir im Schatten der Bäume und Chris baute sogar unser Zelt auf. Ich hatte gerade ein wenig geschlafen, als ein Tumult auf unserer Campsite losbrach. Ein Pavian und eine Meerkatze schnappten sich gemeinsam unseren Müllbeutel und hatten damit das Weite gesucht. Ralf rannte schimpfend hinterher und sammelte den Müll wieder ein. Tja, nun war es mit der Ruhe vorbei, denn die zwei waren ein richtig gut organisiertes Team. Der Pavian lenkte ab und die kleine Meerkatze holte sich die Leckerbissen.
Die Nachmittagstour machten wir diesmal auf die andere Seite in Richtung Hippopool. Hier waren schon mehr Tiere zu sehen und sogar ein Eli war an einem Wasserloch beim Trinken. Wir versuchten immer ziemlich nah am Wasser zu fahren und Chris fand immer wieder eigenartige Wege, die anscheinend lange nicht benutzt worden waren. Auf einem solchen Weg rief er auf einmal: „Ein Leo!!!!!“ Ich konnte es kaum glauben. Keine zwei Meter von unserem Auto entfernt stand eine Leopardin, die gerade vom Trinken kam. Leider verschwand sie hinter einem Gebüsch, aber wir konnten sie noch gut beobachten. Sie schaute uns kurz an und lief dann langsam und gemächlich Richtung Wald, natürlich nicht ohne sich noch ganz in Ruhe die Krallen zu wetzen. Leider war viel zu viel Gebüsch davor, aber wir kamen trotzdem auf unsere Kosten. Das war vielleicht aufregend. Den ganzen Krügerpark hatten wir abgesucht und nun lief uns ein Leo einfach so über den Weg. Unglaublich und wunderbar zugleich!
Der Tag war gerettet und der Weg, der mir vorher so unangenehm war, wurde zum besten Weg des Moremi erklärt.
An diesem Abend schmeckte uns der Sundownerdrink besonders gut und wir waren sehr zufrieden.


Waldbrand am KhwaiHippos beim SpielenLeopardinSundowner

Dienstag, 3. Oktober 2006
26. Tag

Unsere Morgentour nutzten wir, um uns langsam in Richtung Xaxanaxa zu bewegen. Natürlich fuhren wir den Leo-Weg noch einmal, aber natürlich ohne Erfolg. Dafür kamen wir auf Umwegen zum bekannten Baobab und noch etwas weiter, bis auch dort der Weg mal wieder im Wasser endete.
Witzig war dann, als auf einmal unser Hauptweg unter Wasser stand und das sah ziemlich tief aus. Zwar gingen einige Spuren durch das Wasser, aber so ganz trauten wir dem Ganzen nicht. Zum Glück sahen wir nach einiger Zeit eine Umfahrung, die uns dann doch sicherer erschien. Das gleiche Spiel gab es etwas später schon wieder. Nur diesmal kam und ein Lodgeauto entgegen und bretterte durch das Wasser. Was der kann, können wir schon lange! Langsam fuhren wir durch das Wasser und glücklicherweise war der Untergrund eben und somit war das Ganze kein Problem. Es machte sogar richtig Spaß. Hinterher sahen wir noch eine Umfahrung, aber die brauchte man wirklich nicht mehr. In Xaxanaxa suchten wir uns unseren Campingplatz und machten erst einmal Pause. Wir wurden gleich von etlichen Vögeln besucht, unter ihnen auch ein kleiner einäugiger Bursche, den wir natürlich gleich mal verpflegen mussten. Auch ein Buschhörnchen kam vorbei und schaute, was bei uns zu holen sei.
Nachmittags machten wir uns auf den Weg in Richtung Third Bridge, denn wir wollten abklären, ob die Brücke wieder befahrbar sei. Dazu wählten wir einige Wege dicht am Wasser, die oftmals ziemlich anstrengend waren, da sie durchlöchert und zerfahren waren. An der Fourth Bridge war dann erst einmal Ende, die Brücke war gesperrt und die Wasserdurchfahrt sah etwas tief aus. Einige Spuren führten jedoch ins Wasser und kamen an der anderen Seite wieder heraus. Durch das Erlebnis am Vormittag ermutigt wagten wir uns durch den Matsch und zum Glück ging es prima. So setzten wir unseren Weg bis zur Third Bridge fort. Zwischenzeitig ging es immer wieder durch Tiefsand und der Weg war nur mit Allrad befahrbar. Aber wir kamen ohne Zwischenfälle an der Third Bridge an, die frisch renoviert war und sich super befahren ließ. Hier wendeten wir wieder und fuhren zurück. Auf einmal kam der Funkspruch: „Ich sitze fest!“ Also wendeten wir und fuhren zu Ralf zurück. Leider saß er mitten in der Tiefsandstrecke und so konnten wir ihm nicht heraushelfen. Also griffen wir zur Schaufel, ließen an den Reifen Luft ab und mit Anschieben war es dann kein Problem mehr. Ralf war in ein Sandloch gefahren und dann fehlte ihm der Schwung  - so kann auch mal der beste Fahrer stecken bleiben ;-) Nach ein paar Minuten konnten wir dann die Fahrt fortsetzen.
An diesem Nachmittag hatten wir noch ein tolles Erlebnis. Wir kamen an einen kleinen Tümpel und darin stand ein Nimmersatt, der pausenlos nach Fischen den Untergrund durchsiebte. Wir schauten ihm eine ganze Zeit zu. Plötzlich holte er einen Wels aus dem morastigen Wasser und versuchte, den Fisch in seinen Schnabel zu bekommen. Das war vielleicht ein Schauspiel! Der Kampf ging bestimmt 15 Minuten und schließlich siegte der Jäger und der Wels verschwand im Rachen des Vogels. Aber wie der Name schon sagt, war der Nimmersatt noch nicht zufrieden und durchsuchte den Grund gleich weiter nach Fischen. Er war sogar noch einmal erfolgreich, aber diesmal gewann der Wels nach einem kurzen Kampf, denn er war wohl zu groß für den Nimmersatt.
Nach diesem schönen Ausflug fuhren wir an diesem Spätnachmittag zurück auf unsere Campsite.

Etappe: Northgate - Xaxanaxa ca. 65 km (mit Gamedrive)


Chris am BaobabWasserdurchfahrtenBuschhörnchenNimmersatt

Mittwoch, 4. Oktober 2006
27. Tag

An diesem Morgen hieß es Abschied nehmen von der Freiheit und Einsamkeit der Nationalparks Botswanas. Schweren Herzens starteten wir auf unseren letzten Gamedrive.
Wir entschieden uns zum South Gate über Third Bridge zu fahren, da die Strecke viel abwechslungsreicher ist als der direkte Weg. Dafür wurden wir auch noch einmal belohnt. Wir sahen viele Antilopen, aber auch die Landschaft war sehr schön, zumal noch sehr viele Wasserlöcher existierten. Weit hinter Third Bridge entdeckten wir wieder einmal Raubtierspuren, aber leider war der Sand zu weich, um sie gut fotografieren zu können. Ein Stück weiter sahen wir eine große Impalaherde und die Böcke standen etwas angespannt da und warnten. So schauten wir genauer hin und entdeckten unter einem Baum die Verursacher der Spuren - zwei Geparde. Leider waren sie viel zu weit weg, aber mit dem Fernglas konnten wir sie noch gut beobachten, bis sie in den Büschen verschwanden.
So verabschiedete uns der Moremi auf seine netteste Weise.
In Maun kauften wir noch unser Abendessen ein und futterten bei Speers den obligatorischen Burger.
Auf dem weiten Weg bis zur Grenze hörten wir dann MP3 Musik und als Moby mit „Why does my Heart feel so bad“ kam, hatte ich schon ganz schön mit den Tränen zu kämpfen. Vier Wochen Abenteuer waren zu Ende und es fiel mir wie immer sehr schwer, Abschied zu nehmen.
Gegen 18.00 Uhr kamen wir auf Zelda an und bekamen den Campingplatz Leopards Corner, der fast direkt am Leopardengehege liegt.
Wir verbrachten dort einen gemütlichen, aber leider sehr kalten Abend und genossen dafür umso mehr die schönen sauberen Duschen.

Etappe: Xaxanaxa (Moremi) - Zelda Farm ca. 680 km


Lechwe-Moorantilopebeim Überqueren der Thirdbridgekleiner See im Gegenlichtdie Reservekanister werden geleert

Donnerstag, 05.10.06 – Freitag, 06.10.06

28.-29. Tag

An diesem Morgen frühstückten wir lange und ausgiebig und packten dann unsere Sachen zusammen. Danach machten wir uns auf den Weg nach Windhoek, gaben dort schon mal ein Auto ab und fuhren dann mit einem Wagen nach Okahandja zum Schnitzermarkt. Wir suchten ja immer noch ein Hippo, aber leider wurden wir auch diesmal wieder nicht fündig. Dafür erstand Ralf einen schönen Stuhl, der aus zwei Teilen besteht und mit Schnitzereien verziert ist.
In Windhoek waren wir ca. 17.00 Uhr zurück. Jetzt packten wir noch unsere Alukiste, die wir bei Harry gelassen hatten und Ali reservierte uns bei Joes Beerhouse einen Tisch. Hier verbrachten wir den Abend und auch Ali kam noch mit Kara vorbei. Das Essen war wie immer klasse und die Zeit verging wie im Fluge.
Nach einer kurzen Nacht fuhr uns Hannes wieder zum Flughafen hinaus. Hier frühstückten wir noch nach dem Einchecken und dann ging es in den Flieger Richtung Heimat. Dort erwartete uns schon Christians Mutter freudestrahlend. Nur uns war nicht so recht nach Freuen zu Mute. Denn wenn man erst mal wieder daheim ist, holt einen der Alltag schneller ein, als es einem lieb ist. Aber ich will nicht jammern, denn der nächste Urlaub kommt bestimmt. Diesmal haben wir jedoch noch keine neue Reise geplant und überlegen, vielleicht mal ein Jahr „Afrikapause“ zu machen, damit die Freude und der Zauber, dieses wunderbare Land erkunden zu können, uns auch weiterhin erhalten bleiben.

Etappe: Zelda Farm - Windhoek ca. 300 km


ZeldafarmZeldafarm CampsiteHolzschnitzerdorf in OkahandjaRalf beim Handeln